Robin Riedmann

Junge Grüne St. Gallen

Eingereicht am: 01.06.2011

Pascal Kübli

JUSO/SP St. Gallen

Eingereicht am: 01.06.2011

01.06.2011 - 3697
Stufe: Kommunale Vorstösse
Stand der Beratung: Abgeschlossen

Eingereichter Text

Open Source Software OSS (z.B. der Internet-Browser Mozilla Firefox oder die Programmiersprache Java) sind quelloffene, nicht herstellergebundene Software. Profit erwirtschaftet wird mit OSS in aller Regel nicht über Lizenzgebühren, sondern mittels Dienstleistungen. Sie demonstrieren eindrücklich die Tauglichkeit selbst bei kritischen Grossprojekten.

Die Stadt Genf setzt seit etlichen Jahren auf OSS. Die Gelder, die eingespart wurden, da keine Lizenzgebühren bezahlt werden müssen, setzt sie ein für die Entwicklung von Software spezifisch für die Bedürfnisse der Stadt. Somit trägt sie zur lokalen Wertschöpfung bei und nimmt zugleich Einfluss auf die Entwicklung der Software.

Durch die Anwendung von Open Source Software im Unterricht wird gewährleistet, dass die SchlülerInnen auch auf dem PC zu Hause legal und kostenlos die in der Schule eingeübte Software verwenden können. Durch diese Gleichberechtigung sind die Eltern nicht mehr gezwungen, teure Software anzuschaffen oder Raubkopien zu verwenden.

Da Open Source Software bereits früh in der Entwicklungsphase von einer grossen Zahl Endandwender getestet werden kann, bietet sie oftmals bessere Ergebnisse und Sicherheit als vergleichbare Konkurrenzprodukte. Selbst für die SchülerInnen bietet sich auch die Möglichkeit, selbständig oder unter Leitung den Quellcode anzupassen. So kann ein vertiefter Umgang mit Software vermittelt werden.

Einmal jährlich findet eine Tagung im Bildungsbereich statt, mit dem Ziel, Lehrkräfte und Schulverwaltungskader über die Möglichkeiten und Chancen von Open Source Software im Unterricht zu informieren und aktuelle Themen gemeinsam zu diskutieren (www.ossanschulen.ch).

Kindern und Jugendlichen fällt der Umgang mit Computern meist einfacher als Erwachsenen. Die Einführung von OSS dürfte daher für SchülerInnen nur wenige Probleme bereiten.

Eine Hau-Ruck Strategie bei der Umsetzung von OSS an Schulen ist zum Scheitern verurteilt. Vielmehr ist es sinnvoll, sich den  Vorzügen von OSS im Kleinen zu überzeugen.

Auftrag:

Der Stadtrat wird dazu eingeladen 1) über die Möglichkeiten eines Pilotprojektes für OSS an Schulen, sowhol auf der Primar- wie auch auf der Sekundarstufe und 2) wie er gedenkt Schulpersonal auf OSS zu schulen, Bericht zu erstatten und 3) gegebenenfalls Antrag zu stellen.