Die Parlamentarische Gruppe

Portrait Parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit

Die 2009 gegründete Parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit setzt sich ein für den digital nachhaltigen Umgang mit Wissensgütern mittels parlamentarischen Vorstössen, Dinner Anlässen, Open Hearings, Medienmitteilungen sowie Blog-Einträgen. Parldigi gehören über 50 National- und StänderätInnen aus den Parteien SP, FDP, SVP, CVP, Grüne, GLP, BDP und EVP an.

Digitalisierung als Chance

Wissen ist für die Schweiz von grosser volkswirtschaftlicher Bedeutung: Bildung der Bevölkerung, Innovationskraft der Unternehmen, Effizienz in der öffentlichen Verwaltung, Exzellenz in der Wissenschaft – fast alle Gesellschaftsbereiche setzen die langfristige und offene Verfügbarkeit von Wissensgütern voraus. Im Informationszeitalter eröffnet die fortschreitende Digitalisierung für unser Land grosse Potenziale, die zur Herstellung und Verbreitung von Wissensgütern erschlossen werden können und so dem Nutzen der gesamten Volkswirtschaft dienen. Doch neue Technologien schaffen auch neue Herausforderungen, beispielsweise in der langfristigen Weiterentwicklung von Software unabhängig von einzelnen Konzernen oder in der sicheren Archivierung digitaler Daten.

 

Die Parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit setzt sich für folgende Schwerpunktthemen ein:

 

Open Source Software

Software unter einer Open Source Lizenz kann beliebig genutzt und weiterentwickelt werden. Dies reduziert die Abhängigkeit von IT-Herstellern, erhöht die langfristige Kosteneffizienz und verbessert Transparenz und Sicherheit der Informatik.

 

Open Standards

Standardisierte Schnittstellen und Dateiformate sind die Basis für Interoperabilität und Austauschfähigkeit in der Informations- und Kommunikationstechnologie und bilden damit die Grundlage für nachhaltige Systeme mit hoher Investitionssicherheit.

 

Open Government Data

Alle Daten aus Verwaltung und öffentlichen Institutionen, die mit Steuergeldern erstellt wurden und nicht datenschutz- oder sicherheitsrelevant sind, sollen in maschinenlesbarem Format kostenfrei publiziert werden.

 

Open Access

Von der Gesellschaft finanzierte Forschungs- und Bildungsergebnisse sollen als öffentliche Güter frei verfügbar und unter offenen Lizenzen zugänglich sein.

 

Open Content

Offene, partizipative Modelle kultureller Produktion wie Wikipedia und Creative Commons begründen gesellschaftlichen Mehrwert und sind zu fördern, indem mit öffentlichen Geldern finanzierte Inhalte frei zugänglich gemacht werden.

 

Open Internet

Internetzugang ist eine wichtige Grundlage der heutigen Demokratie und eine Quelle wirtschaftlicher Innovation. Deshalb sollen Netzneutralität gewährleistet und keine Netzsperren angewendet werden.

 

Geschäftsleitung

Matthias Stürmer ist Geschäftsleiter der Parlamentarischen Gruppe Digitale Nachhaltigkeit sowie Leiter der Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit am Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität Bern. Dort befasst er sich als Oberassistent in der Lehre, Forschung und Beratung mit Open Source Software, Open Data, Open Government und Netzpolitik. Zuvor arbeitete er bis 2013 als Manager bei EY (Ernst & Young) im Bereich IT Advisory für nationale und internationale Firmen sowie als Projektleiter beim Schweizer Software-Unternehmen Liip AG. Bis 2009 doktorierte er an der ETH Zürich am Lehrstuhl für Strategisches Management und Innovation und erforschte die Zusammenarbeit zwischen Open Source Communities und Technologie-Unternehmen. Er hat an der Universität Bern Betriebswirtschaft und Informatik studiert und 2005 sein Studium mit einer Lizentiatsarbeit zu Open Source Community Building abgeschlossen. Während seinem Studium gründete er zwei Internet Start-Ups und engagierte sich in zahlreichen Open Source Initiativen. Matthias Stürmer ist seit 2006 Vorstandsmitglied der CH Open, Mitgründer des Open Government Data Vereins Opendata.ch und Leiter der Working Group Office Interoperability bei der Open Source Business Alliance. Ausserdem ist er Mitglied des Leitungsausschuss der SIK Arbeitsgruppe OSS sowie der SIK Arbeitsgruppe IT-Beschaffung und als EVP-Stadtrat Mitglied des Parlaments von Bern.