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Themen: Digitale Nachhaltigkeit, E-ID, Gesundheit, Öffentliche Beschaffung, Sicherheit, Vorstoss


Digitale Nachhaltigkeit in eHealth gefordert

Das Postulat von SP-Nationalrätin Edith Graf-Litscher beauftragt den Bundesrat mit der Prüfung der digitalen Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen.

Die vielen Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten der Digitalisierung im Gesundheitswesen, eHealth, sollen unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit geprüft werden. Denn nach wie vor sind Patientendaten besonders schützenswert und unterstehen höchster Sorgfalts- und Geheimhaltungspflicht. Auch mit Schritten in Richtung eHealth ist dieses Gebot die massgebende Leitplanke für die Handhabung der Patientenakten.

„Mitte April 2017 trat das ePatientendossier in Kraft. Drei Jahre nach Inkraftsetzung werden ePatientendossiers verpflichtend für Spitäler, fünf Jahre später auch für Heime und Geburtshäuser. Das ePatientendossier ist ein Leuchtturm im Bereich eHealth, die Anwendungsmöglichkeiten sind aber vielen Akteuren im Gesundheitswesen wenig bekannt.”, begründen Graf-Litscher und die 14 Mitunterzeichner den Vorstoss.

Stellungnahme Parldigi

Parldigi befürwortet diese Forderung: Es liegt in der Verantwortung des Bundesrates, die Weichen für einen nachhaltigen Umgang mit den Patientendaten zu stellen. Bei der Beschaffung und Ausgestaltung der Infrastruktur für ePatientendossiers ist darauf zu achten, wer aus der Digitalisierung im Gesundheitswesen auf welche Art Vorteil ziehen könnte. Insbesondere bei ausgelagerten Patientenakten gilt es dafür zu sorgen, dass keine ungerechtfertigte Bearbeitung der Daten durch Dritte erfolgt. Des Weiteren ist die noch ungeklärte Frage der Personenidentifikation ein zentrales Thema. Neben dem digitalisierten Gesundheitswesen werden auch weitere Anwendungen, wie das eVoting und eGovernment, mit einer elektronischen Personenidentifikation ermöglicht. Dazu hat sich Parldigi bereits mit der Stellungnahme zum Vernehmlassungsentwurf für ein Bundesgesetz über anerkannte elektronische Identifizierungseinheiten (E-ID-Gesetz) geäussert.

1 Kommentar

  • Der grösste vermeidbare Kostentreiber im Schweizer Gesundheitswesen ist die NICHT digital abgewickelte, papierbasierte Administration.

    Viele Ärzte und Heime verweigern, aus Unverständnis für die Materie oder fehlender Motivation, jegliche Form der digitalen Abwicklung administrativer Vorgänge.

    Wer wie ich zwei betagte Eltern in einem Schweizer Alters- und Pflegeheim betreut, ist auf die Möglichkeit der weitestgehend digitalen Abwicklung aller die Eltern betreffenden Vorfälle, mit Banken, Versicherungen, Behörden, total angewiesen.

    Für mich ist die Korrespondenz via sichere Mail (HIN Mail, IncaMail, S/MIME etc.) selbstverständlich. Ich führe längst alle relevanten Dokumente der Eltern in digitalen Gesundheitsdossiers und stelle die entsprechenden sicheren Zugriff einem Dutzend behandelnder Ärzte zur Verfügung.

    Ich empfinde es als stossend, wenn mir Heimleitung und Ärzte erklären, sie würden dies erst unterstützen, wenn sie vom Staat dazu gezwungen werden.

    Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es.

    (Erich Kästner)

    Die Gesellschaft altert. Immer mehr junge. digital literate Familienangehörige müssen immer mehr Administration für ihre betagten Eltern übernehmen. Die Kosten im Gesundheitswesen explodieren.

    Die Digitalisierung im Gesundheitswesen kommt erst dann, wenn Ärzte und Heime dazu gezwungen werden, vorhandene, sichere und wirksame Services zu nutzen. Zumindest dann, wenn die Betreuer ihrer Kunden ihnen die Interaktion via sichere digitale Kanäle explizit anbieten.

    Es reicht nicht zu wissen. Man muss es auch anwenden.
    Es reicht nicht zu wollen, man muss auch handeln.

    (J.-W. von Goethe)

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