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Themen: Dinner, Events


Parldigi Parlamentarier-Dinner 8. März 2017

Am 8. März 2017 veranstaltete die Parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit ein Parlamentarier-Dinner zum aktuellen Thema „Digitalisierung der Politik“. Nebst der wahrnehmbaren Verlagerung des politischen Diskurses auf soziale Medien wie Facebook und Twitter, wurde die daraus resultierende Beeinflussung der politischen Meinungsbildung durch Social Bots, Fake News und Filter Bubbles diskutiert.

Wahlen und Abstimmungen verändern sich stark durch die neuen Möglichkeiten der Digitalisierung. Kampagnen finden nicht mehr nur über klassische Kanäle statt, sondern werden mithilfe von Social Bots, Fake News, Filter Bubbles und weiteren ethisch fragwürdigen Mitteln im Netz geführt. Auch bei wichtigen Volksabstimmungen wie dem Brexit und den amerikanischen Präsidentschaftswahlen (schon 2008 bei Obama) bediente man sich erfolgreich solcher Mittel.

Die Begrüssung und Einleitung ins Thema erfolgte durch Franz Grüter, Nationalrat SVP Kt. Luzern und Co-Präsident von Parldigi.

Prof. Dr. Abraham Bernstein, Informatikprofessor der Universität Zürich, zeigte in seinem Referat (PDF-Folien) auf, dass durch sogenannte Filter Bubbles, welche die individuellen Präferenzen einer Person aufgreifen und ähnliche Inhalte auf ihrer Timeline anzeigen, kein offener politischer Austausch mehr stattfindet, sondern man lediglich in der eigenen Meinung bestärkt wird. Auch Social Bots, die automatisiert empfängerspezifische Nachrichten publizieren, und Fake News, beeinflussen die individuelle Entscheidungsfindung via sozialer Medien beträchtlich.

Adrienne Fichter betonte in ihrem Vortrag (PDF-Folien), dass sich soziale Medien wie Facebook nicht für den politischen Diskurs eignen, da sich bspw. die Algorithmen von Facebook an den Präferenzen des Users orientieren und weder Wert auf Diversifikation der Quellen legen, noch zwischen Fake- und echten News unterscheiden. Laut Fichter wird gehört, wer am meisten Lärm macht. Zusätzlich fehlt auf sozialen Medien die Konsensorientierung sowie die Moderation, um tatsächlich einen polisitschen Diskurs zu ermöglichen. Auch in der Schweiz wächst der Anteil der Zugriffe auf News via Social Media und deutet auf die zunehmende Relevanz der Thematik hin. Als Lösungsansatz schlägt Adrienne Fichter den vermehrten Einsatz von Civic Tech-Software, Technologien, die der Verbesserung der Demokratie dienen, vor.

Im Anschluss an die beiden Referate wurden in einer Gesprächsrunde mit den beiden Referierenden sowie PD Dr. Markus Christen, Ethiker der Universität Zürich, und Daniel Graf, Gründer von wecollect, vertieft über die Chancen und Risiken der Digitalisierung der Politik diskutiert und auf Fragen aus dem Publikum eingegangen.

Von Seiten der Medien war einerseits George Sarpong von der Netzwoche am Parlamentarier-Dinner anwesend und hat die Zusammenfassung „Wie viel Digitalisierung verträgt die Demokratie?“ zum Anlass verfasst. Andererseits berichtete Luca Perler von der Computerworld mit seinem Beitrag „Bots und Fake-News: wie die digitale Welt Politik beeinflusst“ über das Parlamentarier-Dinner. Und auch der Referent Daniel Graf zeichnete seine Gedanken zum Thema Digitalisierung der Politik und zur Rolle der Plattform wecollect auf.

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