Themen: ACTA, Bundesverwaltung, Juristisches, Open Content, Vorstoss


Die Parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit (PGDN) ist seit 2009 an der Diskussion rund um freie Inhalte (Open Content) beteiligt. Das Thema findet einen neuen Höhepunkt bei einem öffentlichen Streitgespräch über Filesharing und künftige Geschäftsmodelle der Musikbranche.

Am 23. März 2012 fand im Rahmen des Popmusikfestivals m4music des Migros-Kulturprozent eine Podiumsdiskussion zum Thema Musikstreamings und Politik mit dem Titel «Everything is Streaming but the Money» statt. Es diskutierten Evi Allemann (Nationalrätin, Präsidentin Swiss Music Export, Mitglied PGDN), Norbert Bollow (allmend.ch, Expertengruppe PGDN), Denis Simonet (ehem. Präsident Piratenpartei Schweiz), Poto Wegener (Direktor SWISSPERFORM, Jurist, Autor) und Reto Burrell (Musiker, Songwriter, Produzent, Verein Musikschaffende Schweiz).

Das hitzige, aber dennoch aufschlussreiche Gespräch wurde gefilmt und kann nun (gestreamt 😉 auf YouTube angeschaut werden. Unter anderem wurden Grundsatzfragen von Musikern und der Piratenpartei über das „Stehlen“ bzw. „Teilen“ von Musikstücken kontrovers diskutiert. Behandelt wurde des Weiteren das ACTA-Abkommen, welches aber nach wenigen Wortwechseln wieder ad acta gelegt wurde. Auch zur Sprache kamen ein aktueller Vorstoss von PGDN-Kernmitglied Balthasar Glättli zur Abklärung von alternativen Ertragsmodellen für Musiker und ein Postulat von PGDN-Mitglied Luc Recordon über ein neues Gesetz für Kulturschaffende.

Angestossen wurde die Diskussion zuletzt durch einen Bericht des Bundesrats im Herbst 2011 über die möglichen gesetzlichen Anpassungen zur Ahndung von Filesharing („Bericht des Bundesrates zur unerlaubten Werknutzung über das Internet in Erfüllung des Postulates 10.3263 Savary„). Unter anderem interessante Kommentare sind von den Juristen Martin Steiger sowie Lukas Bühlmann und Giuseppe Di Marco zu lesen.

Die Frage stellt sich somit auch für unsere Parlamentarier-Gruppe: Was bedeutet „Digitale Nachhaltigkeit“ in der Musikbranche? Gespannt können nun die Antworten des Bundesrats auf die beiden Vorstösse erwartet werden.

 

Panel: «Everything is Streaming but the Money»

Das Portemonnaie des Künstlers leidet — und die Diskussionen, wie und ob Musiker Geld verdienen können, haben mit der neuen Präsenz von Musikstreamdiensten wie Spotify an Schärfe gewonnen: Der Kampf um Rappenbruchteile pro Stream ist entbrannt. Auch ein Entscheid des Bundesrats, der den Wunsch der Kreativen nach Regelung der Urheberrechte im Internet abgeschmettert hat, stachelt den aufkeimenden Protest der Künstler weiter an.

Welche Folgen hat dieses «Konfliktfeld» für die Musiker und die Musikindustrie? Wohin fliesst der Geldstrom künftig und wie wird dieser durch die Politik beeinflusst? Schliesslich gilt es zu fragen, welche Argumente schwerer wiegen: die für den Schutz von künstlerischen Leistungen oder jene für das Recht auf freien Zugang zu kulturellen Gütern?

Kommentar erfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.