Themen: Juristisches, Microsoft, Öffentliche Beschaffung, Presse


Google wirft dem US-amerikanischen Innenministerium vor, die Ausschreibung eines neuen E-Mail- und Groupware-Systems auf ein Produkt von Microsoft zugeschnitten zu haben. Mit Klage an den United States Court of Federal Claims möchte der Internetdienstleister die Aufhebung der Ausschreibung erzwingen.

US-Court-of-Federal-Claims

Anlass zur Klage gab gemäss Google die Vergabe eines 59 Millionen Dollar schweren 5-Jahres-Auftrages für 88’000 Arbeitsplätze. So habe das US-Innenministerium bewusst die Ausschreibung vom 30. August 2010 auf das Produkt „Business Productivity Online Suite Federal“ von Microsoft zugeschnitten. Google berichtet, mehrere Versuche unternommen zu haben, um mit dem Innenministerium über den anstehenden Auftrag zu sprechen. Trotz Versprechungen aus dem Ministerium, die Ausschreibung komplett offenzuhalten, habe sich herausgestellt, dass die Spezifikationen allein von Microsofts Produkt erfüllt werden.

Bereits im September hat sich Google beim US-Rechnungshof erfolglos über die Ausschreibung beklagt, nicht zuletzt, weil die Regierung nach einem Produkt verlange, welches ausschliesslich auf Behörden zugeschnitten sei, obwohl Google Apps eine gute Alternative zu Microsoft-Produkten biete.

Auch in der Schweiz besteht aktuell eine ähnliche vergaberechtliche Beschwerde. So akzeptieren diverse Open Source Dienstleistungsfirmen nicht den Entscheid vom Bundesverwaltungsgericht wegen der nicht öffentlich ausgeschriebenen 42-Millionen-Vergabe an Microsoft durch den Bund. Die Beschwerdeführer haben das Urteil an das Bundesgericht weitergezogen.

Weiterführende Links zum Thema:
heise: Google wirft US-Regierung Bevorzugung von Microsoft-Produkten vor
ZD Net: Google sues U.S. government over hosted e-mail bid against Microsoft

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