Wahlempfehlung zur Förderung der Digitalen Nachhaltigkeit

MEDIENMITTEILUNG SWISS OPEN SYSTEMS USER GROUP /CH/OPEN

Zürich, 23. September 2011

Die Swiss Open Systems User Group /ch/open empfiehlt die Mitglieder der Parlamentarischen Gruppe Digitale Nachhaltigkeit zur Wiederwahl. Diese Politikerinnen und Politiker haben sich in den letzten zwei Jahren im Parlament für den nachhaltigen und innovativen Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT) sowie für den öffentlichen Zugang zu Behördendaten eingesetzt.

Der bisherige Leistungsausweis der Parlamentarischen Gruppe Digitale Nachhaltigkeit kann sich sehen lassen: Das Kernteam hat in den letzten zwei Jahren im Parlament rund 30 Vorstösse zur Förderung von Open Source Software und Open Government Data eingereicht. Ausserdem hat die Gruppe über 20 Medienmitteilungen verschickt, vier Parlamentarier-Dinner, einen Roundtable und eine ganztägige Konferenz veranstaltet sowie zahlreiche Gespräche mit Kaderpersonen aus Verwaltung, Wirtschaft und Forschung geführt. Mit diesen vielfältigen Tätigkeiten hat die Parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit wichtige Themen setzen und Verbesserungsimpulse abgeben können. Aus diesem Grund empfiehlt die Swiss Open Systems User Group /ch/open das Kernteam sowie die erneut kandidierenden Mitglieder zur Wiederwahl am 23. Oktober 2011.

Die Kandidierenden des Kernteams der Parlamentarischen Gruppe Digitale Nachhaltigkeit:

Edith Graf-Litscher, Co-Präsidentin und SP National- und Ständeratskandidatin Kt. Thurgau, www.edith-graf.ch

 

 

Christian Wasserfallen, Co-Präsident und FDP National- und Ständeratskandidat Kt. Bern, www.cewe.ch

 

 

Kathy Riklin, Nationalratskandidatin CVP Kt. Zürich, www.kathyriklin.ch

 

 

Alec von Graffenried, Nationalrats- und Ständesratskandidat Grüne Kt. Bern, www.avg.ch

 

 

Thomas Weibel, Nationalratskandidat Grünliberale Kt. Zürich, www.glpweibel.ch

 

 

Die kandidierenden Mitglieder der Parlamentarischen Gruppe Digitale Nachhaltigkeit:

Kanton Aargau
Geri Müller, Grüne
Sylvia Flückiger-Bäni, SVP

Kanton Appenzell Ausserrhoden
Hans Altherr, FDP

Kanton Bern
Evi Allemann, SP

Kanton Basel-Landschaft
Claude Janiak, SP

Kanton Basel-Stadt
Peter Malama, FDP

Kanton Fribourg
Marie-Thérèse Weber-Gobet, CSP

Kanton Genf
Carlo Sommaruga, SP
Hugues Hiltpold, FDP
Liliane Maury Pasquier, SP
Maria Roth-Bernasconi, SP

Kanton Luzern
Louis Schelbert, Grüne

Kanton Neuenburg
Francine John-Calame, Grüne
Raphaël Comte, FDP

Kanton St. Gallen
Yvonne Gilli, Grüne
Lukas Reimann, SVP

Kanton Schwyz
Bruno Frick, CVP

Kanton Thurgau
Brigitte Häberli-Koller, CVP

Kanton Tessin
Ignazio Cassis, FDP

Kanton Waadt
Christian van Singer, Grüne
Luc Recordon, Grüne
Roger Nordmann, SP

Kanton Zürich
Barbara Schmid-Federer, CVP
Felix Gutzwiller, FDP

Kontakt

Dr. Matthias Stürmer
Geschäftsleiter Parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit
matthias.stuermer@ch-open.ch, +41 76 368 81 65

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Frage an den Bundesrat: Werden die internationalen Beschaffungsrichtlinien im EDA eingehalten?

Nationalrätin Edith Graf-Litscher, Co-Präsidentin der Parlamentarischen Gruppe Digitale Nachhaltigkeit, hat heute eine Frage an den Bundesrat eingereicht:

11.5446 – Frage: Werden die internationalen Beschaffungsrichtlinien im EDA eingehalten?

Das EDA beschafft zur Zeit mittels WTO-Ausschreibung eine neue Web-Plattform. Darin ist festgehalten, dass nur die zwei Produkte CQ5 von Adobe/Day und Sharepoint von Microsoft offeriert werden dürfen. Solche Produkt- und Hersteller-spezifische Ausschreibungen widersprechen den internationalen Beschaffungsrichtlinien. Das Urteil des Bundesgerichts vom 11. März 2011 verlangt, dass der Beschaffungsgegenstand funktional zu umschreiben ist. Weshalb ist diese Ausschreibung nicht korrekt erfolgt?

Mit der Antwort kann bereits nächsten Montag Nachmittag gerechnet werden.

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Bundesgericht wird Open Source Lösung OpenJustitia veröffentlichen

MEDIENMITTEILUNG
DER PARLAMENTARISCHEN GRUPPE DIGITALE NACHHALTIGKEIT

Bern, 2. September 2011

Die Geschäftsprüfungskommission des Ständerates hat entschieden, dass das Schweizerische Bundesgericht die Geschäftsverwaltungssoftware OpenJustitia unter einer Open Source Lizenz veröffentlichen darf. Die Parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit begrüsst diesen Schritt zu mehr Effizienz, Offenheit und Innovation in der Informatik der Schweizer Verwaltung.

Aufgrund der Lobbying-Aktivitäten eines Herstellers von proprietärer Gerichtssoftware hatte die Geschäftsprüfungskommission des Ständerates (GPK-S) in den letzten Wochen geprüft, ob das Schweizerische Bundesgericht seine intern entwickelte Geschäftsverwaltungssoftware unter einer Open Source Lizenz veröffentlichen darf (siehe Projekt OpenJustitia des Bundesgerichts: Worum geht es? 1. September 2011). Dazu hat die GPK-S dem Bundesgericht verschiedene Fragen gestellt, die ausführlich beantwortet wurden. Insbesondere auf den Aspekt der Wettbewerbsneutralität wurde dabei eingegangen (Auszug aus Projekt OpenJustitia des Bundesgerichts: Antworten auf die Fragen der GPK, 1. September 2011):

[...] f) Einhaltung der Wettbewerbsneutralität
Schliesslich verhält sich das Bundesgericht im Rahmen dieses Projekts wettbewerbsneutral. Es ist bestrebt, alle Teilnehmer, insbesondere die Dienstleistungsunternehmen, die Gerichtssoftware entwickeln, gleich zu behandeln. Sofern kein privates Dienstleistungsunternehmen in der Lage ist, eine technische Unterstützung zum anfänglichen Wissensübertrag zu erbringen, bietet die IT des Bundesgerichts den fünf ersten Nutzern eine einmalige technische Unterstützung von maximal einer Arbeitswoche an und bis zu fünf Arbeitstage dürfen zusätzlich kostenpflichtig geleistet werden. Somit wird garantiert, dass das Bundesgericht den Grundsatz der staatlichen Wettbewerbsneutralität einhält. [...]

Die Antworten des Bundesgerichts konnten die letzten Zweifel der GPK-S ausräumen, sodass sie diese Woche dem Bundesgericht grünes Licht für die Open Source Freigabe gegeben hat. Nun ist zu erwarten, dass das Bundesgericht in den nächsten Wochen ihre Java-basierte Geschäftsverwaltungslösung mit der Bezeichnung „OpenJustitia“ unter der GNU General Public License Version 32 (GPLv32) veröffentlichen wird.

Stellungnahme der Parlamentarischen Gruppe Digitale Nachhaltigkeit

Die Parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit begrüsst den Entscheid der GPK-S. Mit der Freigabe von OpenJustitia unter einer Open Source Lizenz können einerseits Kosten gespart werden, da kantonale Gerichte nun keine teuren, proprietären Software-Lizenzen mehr beziehen müssen. Andererseits ist anzunehmen, dass die Offenheit des Bundesgerichts auch andere Verwaltungsstellen anregt, eigens entwickelte Software als Open Source zu veröffentlichen um damit weitere Einsparungen in der Informatik der öffentlichen Hand anzustossen. Und drittens ermöglicht der frei zugängliche Quellcode innovativen Software-Firmen, neuartige Dienstleistungen rund um die Open Source Lösung anzubieten und Weiterentwicklungen im Auftrag von Gerichten auszuführen.

Kontakt Parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit

Dr. Matthias Stürmer
Geschäftsleiter Parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit
matthias.stuermer@ch-open.ch, +41 76 368 81 65

Medienreaktionen

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30.09 & 01.10: make.opendata.ch

Nach­dem opendata.ch und die Parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit mit Konferenz und Vorstössen die Debatte in Medien und Poli­tik angestossen haben, ist es nun an der Zeit, mit Open Data in der Schweiz Nägel mit Köp­fen zu machen. Vom 30. Sep­tem­ber bis 1. Okto­ber kom­men dafür in Lau­sanne (EPFL) und Zürich (ZHdK) Desi­gner, Ent­wick­ler, Jour­na­lis­ten und Akti­vis­ten zur ers­ten `make.opendata.ch` zusam­men, dem ersten `Open Data Camp` der Schweiz.

Das grosse Ziel dabei: mittels verstärkter Trans­pa­renz durch Open Govern­ment Data hin zu mehr Ver­trauen der Bevöl­ke­rung in den Staat, zu mehr Inno­va­tion und Wett­be­werb.

Mehr Informationen zum Anlass, zur Anmeldung und den Möglichkeiten zum Beisteuern von Ideen finden sich unter http://make.opendata.ch.

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Viel los im Schweizer Open Source September: Open Source Award Preisverleihung und /​ch/​open Workshop-​Tage

MEDIENMITTEILUNG
DER PARLAMENTARISCHEN GRUPPE DIGITALE NACHHALTIGKEIT

Bern, 25. September 2011

Der Monat Sep­tem­ber steht ganz im Zeichen von Open Source für Entwick­ler: an der Schweizer Open Source Award Preisver­lei­hung am 13. Sep­tem­ber 2011 treten inter­na­tional bekan­nte IT-Grössen ins Ram­p­en­licht, während an den /ch/open Work­shop­ta­gen vom 13. bis 15. Sep­tem­ber 2011 inten­siv einzi­gar­tiges Prax­iswis­sen erster Güte ver­mit­telt wird.

CH Open Source Awards: Glob­ale Leader und lokale Nachwuchshoffnungen

Jeden Tag wird in der Schweiz Open Source Soft­ware einge­setzt, gebaut, angepasst oder veröf­fentlicht. Die Schweiz gehört pro Kopf gerech­net zu den wichtig­sten Open Source Pro­duzen­ten, doch nur sel­ten findet diese Leis­tung den Weg ins Ram­p­en­licht. Ein­mal im Jahr aber gehört den her­aus­ra­gend­sten Open Source Entwick­lern die grosse Bühne, dann wenn wieder die CH Open Source Awards vergeben werden.

Für 2011 posi­tion­iert sich der CH Open Source Award neu Rich­tung Entwick­ler und Inno­va­toren, die mit Open Source Soft­ware pro­fes­sionelle Lösun­gen und echte Werte schaf­fen. Erst­mals wird in der Nachwuchs- Kategorie der „Youth Award“ ver­liehen. Ausser­dem findet die Preisver­lei­hung im Social Entre­pre­neur­ship Zen­trum HUB Zürich statt, gle­ich im Anschluss an den Community- Anlass Webtuesday.

Die hochkarätige Jury hat aus den 39 Eingaben die Nominierten aus­gewählt und muss nun die Sieger bes­tim­men. Zu den nominierten Pro­jek­ten gehören unter anderem das ETH- Simulations- Spinoff seno­zon, die E- Government Lösung Plone­Gov, das Basler Con­tent Repos­i­tory Jackrab­bit von Day/ Adobe und die Pro­gram­mier­sprache Scala aus Lau­sanne, mit der unter anderem das Herzstück von Twit­ter entwick­elt ist. Auch die Konkur­renz um den Youth Award ist hart. Nominiert sind etwa ein jugendlicher Core- Developer des Web Con­tent Man­age­ment Sys­tems Dru­pal oder die Entwick­ler einer clev­eren Videobearbeitungs- Software.

Die Open Source Awards wer­den in einer feier­lichen Zer­e­monie am Dien­stag, 13. Sep­tem­ber 2011 um 19:30 Uhr im HUB Zürich ver­liehen. Gespon­sort wird der Anlass von Mag­no­lia, mima­com und EFG Finan­cial Prod­ucts. Die Liste der Nom­i­na­tio­nen und alle weit­eren Infor­ma­tio­nen befinden sich auf http://www.ossawards.ch/nominierte-2011/.


/ch/open Workshop-Tage: Open Source Profis geben ihr Knowhow weiter

In der sel­ben Woche finden vom 13. bis 15. Sep­tem­ber 2011 die Workshop- Tage der / ch/ open und der Java User Group Switzer­land statt. Dank der grosszügi­gen Unter­stützung der ETH Zürich kön­nen wiederum anspruchsvolle Work­shops zu gün­sti­gen Preisen ange­boten wer­den. Prax­is­work­shops mit Experten­wis­sen aus erster Hand gehören nach wie vor zu den effizien­testen Arten der Wis­sensver­mit­tlung. Die von der Com­mu­nity organ­isierten Workshop- Tage decken hier einen ganz wesentlichen Bedarf ab – und dies wie seit Jahren unab­hängig und gän­zlich frei von jeglicher Herstellerbindung.

Zu den High­lights gehören neben den Java EE 67 Inputs sicher­lich das Hardware- Prototyping mit Arduino, der Work­shop zu Loca­tion Based Ser­vices mit Android oder der NoSQL–Work­shop der Doodle- Entwickler. Das kom­plette Pro­gramm inklu­sive aller Details befindet sich auf http:// www .ch -open .ch/ w stage.


Organ­i­sa­tion CH Open Source Awards:
Flo­rian Kam­mer­mann, ossawards(at)ch-open.ch, 078 835 40 84

Organ­i­sa­tion Workshop- Tage:
Ursula Burri, info(at)ch-open.ch, 044 350 26 56

Medienreaktionen

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Bundesgericht bringt Effizienzschub für Schweizer Gerichte

MEDIENMITTEILUNG DER
PARLAMENTARISCHEN GRUPPE DIGITALE NACHHALTIGKEIT

Bern, 5. Juli 2011

Mit der Open Source Veröffentlichung der Gerichtssoftware „OpenJustitia“ will das Bundesgericht mithelfen, die IT-Ausgaben der öffentlichen Hand zu senken. Anbieter proprietärer Gerichtssoftware sehen darin ihre lukrativen Geschäftsfelder bedroht. Mitglieder der Parlamentarischen Gruppe Digitale Nachhaltigkeit sprechen sich jedoch klar zugunsten der Steuerzahlenden für die Initiative des Bundesgerichts aus und wollen sich in der GPK dafür einsetzen.

Im öffentlichen Sektor gibt es oft Güter und Leistungen, die entweder gar nicht oder nur suboptimal von privaten Anbietern erbracht werden. Seien es Angebote im öffentlichen Verkehr, in der Bildung (bspw. Lehrmittelverlage) oder im Bereich der digitalen Güter. Dort macht es volkswirtschaftlich Sinn, dass die öffentlichen Stellen sich koordinieren um den höchstmöglichen Nutzen für die Gesellschaft zu erzielen. Insbesondere bei der Software-Entwicklung ist es effizient, wenn Bund, Kantone und Städte zusammenarbeiten um nicht Dutzende Male für die selbe Software hohe Lizenzgebühren bezahlen zu müssen – so geschehen bspw. bei der Entwicklung der E-Voting Lösungen. Gleichzeitig gibt es in der IT immer noch zahlreiche Bereiche, in denen aufgrund des Koordinationsaufwandes, schwacher IT-Strategie oder anderen Gründen die öffentlichen Institutionen nicht optimal kooperieren. Dort können sich private Software-Anbieter oftmals lukrative Geschäftsfelder basierend auf proprietärer Nischensoftware aufbauen und jahrelang Gewinne mit Angeboten erzielen, die weder dem Stand der Technik noch unbedingt den Anforderungen der Behörden entsprechen.

Open Source Projekte der öffentlichen Hand für Public-Private Partnerships

Als sinnvolle strategische Option steht den öffentlichen Stellen die Möglichkeit offen, eigens entwickelte Fachapplikationen als öffentliches Gut unter einer Open Source Lizenz freizugeben um damit die freiwillige und unbürokratische Zusammenarbeit mit anderen Behördenstellen zu stimulieren. Die Gestehungs- und Weiterentwicklungskosten können damit effizienter verteilt und zu signifikant mehr Nutzen pro Steuerfranken führen. Gleichzeitig bietet dieses Modell strategische Vorteile, denn es bleiben wichtige Technologie-Kompetenzen für die geschäftskritische Software bei der öffentlichen Hand. Und drittens wird ein gesunder, nicht auf Vendor Lock-in basierender Wettbewerb unter privaten Software-Anbietern ermöglicht. Innovative Firmen können die zahlreichen notwendigen Dienstleistungen wie Beratung, Integration, Schulung, Weiterentwicklungen und Betrieb der Software für die Behörden erbringen. Damit entsteht ein volkswirtschaftlich effizientes Umfeld von Public-Private Partnerships, bei dem letztendlich alle Stakeholder (Behörden, Unternehmen und Bürger) Gewinner sind. Dass dies nicht Utopie sein muss, zeigen verschiedene Beispiele aus umliegenden Ländern. Die von der europäischen Kommission geförderte Plattform Open Source Observation Repository OSOR.eu zählt heute rund 2500 Open Source Projekte von öffentlichen Institutionen, die europaweit bei Behördenstellen produktiv im Einsatz stehen.

In der Schweiz sind Open Source Veröffentlichungen durch Behörden leider noch eine Seltenheit, obwohl laut Regierungsrat François Marthaler mit Einsparungen in Milliardenhöhe gerechnet werden kann. Als eine der wenigen Ausnahmen hat der Kanton Zug vor gut einem Jahr seine Geschäftsverwaltungssoftware freigegeben. Nun strebt als weitere öffentliche Institution das Bundesgericht dieses Open Source Modell an. Mit der geplanten Veröffentlichung der selber entwickelten Gerichtssoftware „OpenJustitia“ unter einer Open Source Lizenz lässt das Bundesgericht andere Gerichte von den bereits getätigten Investitionen profitieren. Dabei tritt das Bundesgericht als Facilitator und nicht als neuer Software-Anbieter auf den Markt, denn die Integrationsarbeiten sollen die kantonalen Gerichte entweder selber vornehmen oder durch private Software-Anbietern erbringen lassen. Damit ist ein fairer Wettbewerb basierend auf der kostenlos zugänglichen Gerichtssoftware „OpenJustitia“ gewährleistet. Gleichzeitig profitieren sowohl kantonale Gerichte als auch Gerichtssoftware-Anbieter von den Software-Wartungsleistungen und Weiterentwicklungen durch das Bundesgerichts. Dies erfolgt im Sinne der durch das Informatikstrategieorgan Bund (ISB) propagierten E-Government Strategie, die explizit Mehrfachverwendung von öffentlichen Entwicklungsleistungen fordert: “Einsparungen durch Mehrfachnutzung und offene Standards: Dank dem Prinzip einmal entwickeln – mehrfach anwenden, offenen Standards und gegenseitigem Austausch werden die Investitionen optimal genutzt.”

Unterstützung durch die Parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit

Mitglieder der Parlamentarischen Gruppe Digitale Nachhaltigkeit unterstützen denn auch ausdrücklich dieses vorbildliche Vorgehen des Bundesgerichts. Nationalrat Thomas Weibel, der im April dieses Jahres die von zahlreichen Parlamentariern unterzeichnete Motion „Förderung der Freigabe von Open Source Software“ eingereicht hat, stellt fest: „Von der konsequenten Umsetzung der Open Source Strategie des Bundesgerichts profitieren alle Bürgerinnen und Bürger, denn durch die effiziente Nutzung der Steuergelder und das Wegfallen von Doppelspurigkeiten können namhafte Einsparungen erzielt werden.“

Co-Präsidentin der Parlamentarier-Gruppe Edith Graf-Litscher sieht den Wettbewerb nicht gefährdet: „Anbieter von proprietärer Gerichtssoftware, die sich durch diese Effizienzoffensive des Bundesgericht bedroht sehen, argumentieren in ihrem eigenen Interesse, nicht in dem des Steuerzahlers. Im vorliegenden Fall scheinen die Gerichte ganz ohne Gewinnstreben selbst besser, effizienter und damit günstiger zu sein.“ Für Nationalrätin Graf-Litscher setzt das Bundesgericht mit diesem Open Source Engagement eine Kernforderung der Parlamentarischen Gruppe Digitale Nachhaltigkeit um: „Initiativen dieser Art sind ein wichtiger Beitrag zur digitalen Nachhaltigkeit in der öffentlichen Verwaltung.“

Entsprechend will sich Co-Präsident Christian Wasserfallen für das Vorgehen des Bundesgerichts in der Geschäftsprüfungskommission GPK einsetzen: „Ich befürworte im Sinne einer kosteneffizienten Verwaltungs-IT, dass auch andere Gerichte von den bereits getätigten Ausgaben des Bundesgerichts profitieren. Mit Dienstleistungen rund um die Open Source Lösung OpenJustitia können Software-Firmen wiederum neue Geschäftstätigkeiten aufbauen. Wichtig dabei ist, dass das Bundesgericht alle privaten Anbieter gleich behandelt. Ich werde mich in der GPK dafür einsetzen, dass die Empfehlungen an das Bundesgericht in diesem Sinne abgegeben werden.“

Kontakt Parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit

Dr. Matthias Stürmer
Geschäftsleiter Parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit
matthias.stuermer@ch-open.ch, +41 76 368 81 65

Medienreaktionen

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Fünf Jahre Öffentlichkeitsgesetz – wo steht die Schweiz?

24. Juni 2011, von Edith Graf-Litscher, Nationalrätin und Co-Präsidentin Parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit

“Mit über 150 Teilnehmenden hat heute die vollständig ausgebuchte opendata.ch 2011 Konferenz im Bun­desarchiv in Bern stattgefunden. Verwaltungskaderleute von Bund, Kanton und Städten sowie Vertreter von Wirtschaft, Forschung und Medien haben an der ersten Schweizer Konferenz über freie zugängliche Behördendaten teilgenommen. Gemeinsam diskutierten wir Vorteile und Herausforderungen von Open Government Data in der Schweiz.

Als Co-Präsidentin der Par­lamentarischen Gruppe Digitale Nachhaltigkeit habe ich zusammen mit Andreas Kellerhals, Direktor des Schweizerischen Bunde­sarchivs und Gastgeber, die gut besuchte Tagung eröffnet. Die Eröffnungsrede hielt danach Nigel Shadbolt, Professor der Uni­versität Southampton und Mitglied des Public Sector Transparency Board UK. In seiner inspirierenden Rede zeigte er das weitreichende Veränderungspotential auf, das Open Government Data für Bevölkerung und Regierung hat und haben wird. Weitere Redner wie Jean-Philippe Amstein, Direktor des Bundesamts für Landestopografie swissto­po, Hans-Peter Thür, Eidgenössischer Datenschutz-und Öffentlichkeitsbeauftragter, sowie Peter Fischer, Delegierter für die Informatikstrategie des Bundes, schlossen sich Shadbolts Voten an, zeigten jedoch auch auf die Schweizeri­schen Herausforderungen im Umgang mit frei zugänglichen Behördendaten hin. Die deutlichen Mängel bei der heutigen Umsetzung des Öffentlichkeitsgesetzes zeigte schliesslich Martin Stoll auf, Präsident des neu gegründe­ten Vereins Öffentlichkeitsgesetz.ch und Leiter des Recherche-Desks der SonntagsZeitung. Damit dem Öffentlichkeitsgesetz zukünftig stärker Rechnung getragen wird, haben wir am Schluss der Tagung ein Manifest verabschiedet.”

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Good Practices im Umgang mit Open Source Software

MEDIENMITTEILUNG DER
PARLAMENTARISCHEN GRUPPE DIGITALE NACHHALTIGKEIT

Bern, 29. Juni 2011

Die neue Publikation „Open Source Software im geschäftskritischen Einsatz“ gibt Business- und IT-Entscheidern einen praktischen Überblick zum Thema Open Source. Christian Wasserfallen, Co-Präsident der Parlamentarischen Gruppe Digitale Nachhaltigkeit, begrüsst die Neuerscheinung und hofft, dass damit nun auch in Management-Etagen von öffentlichen Institutionen und Unternehmen die letzten Vorurteile gegenüber Open Source Software entkräftet werden können.

Heute Morgen wurde in Zürich die neue Broschüre „Open Source Software im geschäftskritischen Einsatz“ veröffentlicht. Ferdinand Kobelt, Partner bei Ernst & Young Schweiz, hat zusammen mit IT-Experten sowie Informatikrecht-Juristen dem zahlreich erschienenen Fachpublikum die Inhalte der Publikation vorgestellt.

Die 28-seitige Broschüre behandelt in einer ganzheitlichen und neutralen Sichtweise die Vorteile und Risiken von Open Source Software und empfiehlt Good Practices, wie die Chancen von Open Source genutzt und deren Herausforderungen gemeistert werden können. Des Weiteren geht die Publikation auf den professionellen Einsatz von Open Source Software ein und zeigt dazu drei verschiedene Szenarien auf: Open Source Software aus dem Internet laden und sofort produktiv einsetzen, ein internes Support-Team aufbauen oder mit einem externen Open Source Dienstleister zusammenarbeiten. Viel juristisches Know-How floss in den Bereich „Rechtliche Aspekte von Open Source“ ein, der die wichtigsten Open Source Lizenzen zusammenfasst und mittels einer übersichtlichen Tabelle deren Charakteristiken voneinander abgrenzt und die Lizenzkompatibilität darstellt. Abgeschlossen wird mit einem allgemeinen Teil zur Open Source Definition, Communities, Projekten, Historischem und Widerlegungen von Vorurteilen.

Gerade diese Vorurteile hofft Nationalrat Christian Wasserfallen, Co-Präsident der Parlamentarischen Gruppe Digitale Nachhaltigkeit, mittels der neue Publikation endlich entkräften zu können. „Ich treffe immer wieder Leute an, die meinen, dass Open Source Software kaum genutzt wird und wenn, dann nur in unwichtigen Gebieten. Dabei arbeiten heute praktisch alle Banken in vielen geschäftskritischen Bereichen mit Linux-Servern und anderen Open Source Technologien. Ich freue mich über diese Broschüre, denn sie hilft Entscheidungsträgern, sich über die wichtigsten Open Source Facts aus verlässlicher Quelle zu informieren.“

Download

Die vollständige Publikation kann als PDF in Deutsch auf der Website von Ernst & Young Schweiz, Advisory, IT Risk and Assurance heruntergeladen werden. Die englische Version ist auf Anfrage erhältlich:
http://www.ey.com/Publication/vwLUAssets/Open_Source_Software_2011/$FILE/OpenSourceSoftware_2011.pdf

Medienreaktionen

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Open Government Data nimmt auch in der Schweiz Fahrt auf

MEDIENMITTEILUNG DER
PARLAMENTARISCHEN GRUPPE DIGITALE NACHHALTIGKEIT
(deutsch: PDF/DOC, English: PDF/DOC)

Bern, 24. Juni 2011

Mit über 150 Teilnehmenden hat heute die vollständig ausgebuchte opendata.ch 2011 Konferenz im Bundesarchiv in Bern stattgefunden. Parlamentarier, Verwaltungskaderleute sowie Vertreter von Wirtschaft, Forschung und Medien haben an der ersten Schweizer Konferenz über frei zugängliche Behördendaten teilgenommen. Gemeinsam konnten Vorteile und Herausforderungen von Open Government Data in der Schweiz diskutiert sowie wichtige nächste Schritte festgelegt werden.

Eröffnet wurde die opendata.ch 2011 Konferenz durch Edith Graf-Litscher, Nationalrätin und Co-Präsidentin der Parlamentarischen Gruppe Digitale Nachhaltigkeit sowie Andreas Kellerhals, als Direktor des Schweizerischen Bundesarchivs Gastgeber der gut besuchten Tagung. Die Eröffnungsrede hielt danach Nigel Shadbolt, Professor der Universität Southampton und Mitglied des Public Sector Transparency Board UK. In seiner inspirierenden Rede zeigte er das weitreichende Veränderungspotential auf, das Open Government Data für Bevölkerung und Regierung hat und haben wird. Weitere Redner wie Jean-Philippe Amstein, Direktor des Bundesamts für Landestopografie swisstopo, Hans-Peter Thür, Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter, sowie Peter Fischer, Delegierter für die Informatikstrategie des Bundes, schlossen sich Shadbolts Voten an, zeigten jedoch auch auf die Schweizerischen Herausforderungen im Umgang mit frei zugänglichen Behördendaten hin. Die deutlichen Mängel bei der heutigen Umsetzung des Öffentlichkeitsgesetzes zeigte schliesslich Martin Stoll auf, Präsident des neu gegründeten Vereins Öffentlichkeitsgesetz.ch und Leiter des Recherche-Desks der SonntagsZeitung.

Am Nachmittag widmeten sich sechs unterschiedliche Workshops vertieft dem vielseitigen Thema Open Government Data. Zum Thema Politik diskutierten Parlamentarier mit Behördenvertreter, welche Rahmenbedingungen geschaffen werden müssen, um die Freigabe von Behördendaten zu unterstützen. Im Technologie-Workshop wurden die konkreten Umsetzungsszenarien sowie deren Herausforderungen aufgezeigt. Die Fachrunde über rechtliche Aspekte, vorwiegend durch Juristen besucht, widmete sich den juristischen Tücken rund um das Thema Open Government Data. Journalisten und Medienarbeitende nahmen am Workshop über Data Journalism teil um sich über den neuen Trend der Recherche von grossen Datenmengen zu informieren. Die durch die Berner Fachhochschule geleitete Fachsession „Open Government Data und Business“ fokussierte auf die oftmals unklaren Geschäftsmodelle basierend auf frei zugänglichen Behördendaten. Und der Wissenschafts-Workshop widmete sich schliesslich den neuen Forschungsmöglichkeiten, die sich aus den zu publizierenden Datenbeständen ergeben werden.

Als zweiter ausländischer Gastredner zeigte Rufus Pollock, Associate der Universität Cambridge und Direktor der Open Knowledge Foundation, den internationalen Kontext der weltweiten Open Government Bewegung auf und forderte die Konferenzteilnehmenden auf, mutige Schritte zur Freigabe von weiteren Behördendaten zu unternehmen. Das Schlusswort hielt Nationalrat Christian Wasserfallen, der zweite Co-Präsident der Parlamentarischen Gruppe Digitale Nachhaltigkeit. Er motivierte alle Konferenzteilnehmenden, das an der Tagung lancierte Schweizer Open Government Data Manifest ernstzunehmen und bei der Umsetzung der Forderungen aktiv mitzuwirken.

Veranstaltet wurde die opendata.ch 2011 Konferenz durch die Parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit und das Schweizerische Bundesarchiv. Die Administration wurde durch die Swiss Open Systems User Group /ch/open koordiniert, die Veranstaltung durch itopia und Ernst & Young gesponsert. Das Schweizer Open Government Data Manifest, die Folienpräsentationen sowie weitere Beiträge der Konferenz stehen in Kürze auf der Website www.opendata.ch zur Verfügung.

Kontakt opendata.ch 2011 Konferenz

André Golliez
Projektleiter opendata.ch 2011 Konferenz, Managing Partner itopia
Tel. +41 79 669 05 52
E-Mail: golliez@itopia.ch

Dr. Matthias Stürmer
Geschäftsleiter Parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit, Senior Advisor Ernst & Young
Tel. +41 76 368 81 65
E-Mail: matthias.stuermer@ch-open.ch

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PRESS RELEASE OF THE PARLIAMENTARIAN GROUP FOR DIGITAL SUSTAINABILITY

Bern, 24 June 2011

Open government data gathers momentum in Switzerland

With every available place taken, opendata.ch 2011, the first conference on freely accessible government data in Switzerland, took place at the Swiss Federal Archives in Berne today. The more than 150 participants, including parliamentarians, senior administrators and representatives of business, research and the media, discussed the advantages and challenges of open government data in Switzerland and agreed on some of the next key steps.

The opendata.ch 2011 conference was inaugurated by Edith Graf-Litscher, National Councillor and Co-Chair of the Parliamentarian Group for Digital Sustainability, and Andreas Kellerhals, Director of the Swiss Federal Archives. The opening address was given by Nigel Shadbolt, Professor at the University of Southampton and member of the UK’s Public Sector Transparency Board. In an inspiring speech he highlighted the far-reaching transformative potential of open government data for people and governments alike, both now and in the future. Other speakers, including Jean-Philippe Amstein, Director of the Federal Office of Topography swisstopo, Hans-Peter Thür, Federal Data Protection and Information Commissioner, and Peter Fischer, the Delegate for Federal IT Strategy, echoed Shadbolt’s sentiments but also pointed to the challenges for Switzerland in dealing with freely accessible government data. Finally Martin Stoll, chair of the newly created freedom of information organisation Öffentlichkeitsgesetz.ch and head of the research desk at the SonntagsZeitung newspaper, described the shortcomings in current implementation of Switzerland’s Freedom of Information Act.

In the afternoon, six different workshops examined the many facets of open government data in greater depth. In the Politics session, parliamentarians and administration representatives discussed creating the conditions necessary to support the release of government data. The Technology workshop looked at specific implementation scenarios and the challenges they pose. The Legal group, which was attended mainly by lawyers, addressed the delicate legal issues associated with open government data. In the Data Journalism workshop, journalists and media representatives learned more about the new trend in researching large volumes of data. The Open Government Data und Business session, moderated by the Bern University of Applied Sciences, focused on the frequent lack of clarity in business models based on freely accessible government information, while the Science workshop considered the new research opportunities that will result from publication of the databases.

The second guest speaker from abroad, Rufus Pollock, Associate of the University of Cambridge and Director of the Open Knowledge Foundation, talked about the international context of the global open government movement and called on conference participants to take bold steps towards obtaining the release of further government data. The closing address was given by National Councillor Christian Wasserfallen, the second Co-Chair of the Parliamentarian Group for Digital Sustainability. He encouraged all participants to take seriously the Swiss open government data manifesto that was launched at the conference, and to play an active part in securing implementation of its demands.

The opendata.ch 2011 conference was jointly organised by the Parliamentarian Group for Digital Sustainability and the Swiss Federal Archives. Administration was coordinated by the Swiss Open Systems User Group /ch/open and the event was sponsored by itopia and Ernst & Young. The Swiss open government data manifesto, the slide presentations and other articles on the conference will be available shortly on the website www.opendata.ch.

 

Contact opendata.ch 2011 conference

André Golliez
Project manager, opendata.ch 2011 conference, Managing Partner itopia
Tel. +41 79 669 05 52, e-mail: golliez@itopia.ch

Dr. Matthias Stürmer
Secretary of the Parliamentarian Group for Digital Sustainability, Senior Advisor at Ernst & Young
Tel. +41 76 368 81 65, e-mail: matthias.stuermer@ch-open.ch

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6 neue Vorstösse in der vergangenen Session

Mitglieder der Kerngruppe der Parlamentarischen Gruppe Digitale Nachhaltigkeit haben in der vergangenen Sondersession sechs neue Vorstösse zur Förderung von Open Source Software und Open Government Data eingereicht. Insgesamt hat die Parlamentarische Gruppe seit ihrer Gründung im 2009 nun 22 Vorstösse an den Bundesrat eingereicht.

Hier die aktuellen zwei Motionen zu Open Source Software:

Förderung der Freigabe von Open Source Software

14.04.2011 – Motion 11.3379 – Thomas Weibel
Status: Im Plenum noch nicht behandelt

Eingereichter Text

Der Bundesrat wird beauftragt, Massnahmen zur Förderung der Freigabe von Open Source Software zu treffen. Insbesondere kommen in Frage:

1. Eine Zusammenstellung vorzulegen, welche Bundesstellen in den letzten drei Jahren Software anderen Bundesstellen frei zur Verfügung gestellt haben.

2. Mittels Sensibilisierungskampagne und weiteren geeigneten Massnahmen die Bundesstellen über Nutzen und Herausforderungen, Best Practices, Vorgehen etc. bezüglich Freigabe von Open Source Software in der öffentlichen Hand zu informieren.

3. Departemente, Ämter und andere Institutionen des Bundes mit Anreizen motivieren, eigens entwickelte Applikationen anderen Behörden als Open Source Software zur Mehrfachnutzung zur Verfügung stellen.

4. Bundesstellen finanziell und operativ unterstützen, wenn sie bereit sind, eigene Applikationen als Open Source Software freizugeben.

Begründung:

Die E-Government-Strategie Schweiz besagt, dass die Wiederverwendung von einmal entwickelter Software in der öffentlichen Verwaltung erwünscht ist: “Einsparungen durch Mehrfachnutzung und offene Standards: Dank dem Prinzip Einmal entwickeln – mehrfach anwenden, offenen Standards und gegenseitigem Austausch werden die Investitionen optimal genutzt.”

Es ist jedoch nicht öffentlich bekannt, ob und wie diese Strategie-Vorgabe bislang umgesetzt wird. Auch wurden bisher keinerlei Massnahmen vollzogen, welche diese Vorgabe umsetzen.

Nicht-diskriminierende E-Government Lösungen für Schweizer Landwirte

13.04.2011 – Motion 11.3359 – Edith Graf-Litscher
Status: Im Plenum noch nicht behandelt

Eingereichter Text

Seit Januar 2011 betreibt das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) die E-Government Plattform Agate, mittels der in der Tierverkehrsdatenbank TVD Nutztiere registriert werden können. Diese moderne Weise der Kommunikation mit Behörden ist zu begrüssen. Allerdings sollten auch heutige Standards wie Browser- und Plattform-Unabhängigkeit berücksichtigt werden. Das erwähnte Portal des BLW setzt Microsofts proprietäre Technologie Silverlight voraus, welche nur auf Windows oder Mac OS X einwandfrei funktioniert, allerdings Benutzer auf Linux-Systemen ausschliesst. Es sind bereits Fälle bekannt, in denen ein Bauer deshalb seine Pferde nicht registrieren konnte.

Deshalb wird der Bundesrat aufgefordert folgendes sicherzustellen:

- Die neue Agate-Plattform des BLW muss Betriebssystem-unabhängig zugänglich gemacht werden.

- Bei künftigen Neuentwicklungen und Neubeschaffungen von Software wie E-Government Lösungen und Web-Portalen muss darauf geachtet werden, dass sie Betriebssystem- und Browser-unabhängig voll funktionsfähig ist.

- Anwender von Open Source Software im Landwirtschaftsbereich dürfen nicht diskriminiert werden bei der Benutzung von E-Government Lösungen.

 

Und hier die vier neuen Interpellationen zum Thema Open Government Data:

Open Government Data. Wie weiter?

14.04.2011 – Interpellation 11.3445 – Kathy Riklin
Status: Im Plenum noch nicht behandelt

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Verschiedene Vorstösse zum Thema freier und kostenloser Zugang zu Daten aus den Behörden und Verwaltungen wurden bereits eingereicht. Die offenen Fragen sind aber nicht gelöst.

Die Antwort des Bundesrates auf die Frage von Edith Graf-Litscher vom 2. März 2011 (11.5040) wirft neue Fragen auf. Unklar ist die Feststellung aus dem Bericht “Free Access”, dass “die aktuellen politischen, finanziellen und administrativen Rahmenbedingungen es nicht erlauben, die mittelfristige Einführung des freien Zugangs zu den Geobasisdaten zu realisieren”. Eine ähnliche Antwort gab der Bundesrat auf die Interpellation von Kathy Riklin vom 18. Juni 2010 (10.3602) betreffend der freien Verfügbarkeit von Meteodaten.

Ich möchte dem Bundesrat Fragen zu verschiedenen Bereichen zum Thema freier und kostenloser Zugang zu Daten der Behörden, Verwaltungen und öffentlichen Institutionen des Bundes stellen:

1. Zum Zugang zu den Daten: Welche Daten sollen für die Bürgerinnen und Bürger und die Unternehmen grundsätzlich frei zugänglich sein?

2. Kosten für den Zugang zu den Daten: Für welche Daten soll der Bürger beim Zugriff eine Gebühr entrichten?

3. Nutzen des Zugangs zu Government Daten: Was für ein ökonomischer Nutzen und gesellschaftlichen Mehrwert entsteht im Falle des
a. kostenlosen oder des
b. kostenpflichtigen Zugangs zu den Daten?
Mit welcher Methodik und auf welcher Grundlage wird der potentielle volkswirtschaftliche Nutzen evaluiert?

4. Vorhaben und laufende Projekte: Wo sind Open Government Data Projekte bereits umgesetzt und wo sind solche am Laufen? Gibt es einen Masterplan?

5. Umsetzung: Was für Änderungen der politischen Rahmenbedingungen sind notwendig, um den freien Zugang zu Behördendaten (insbesondere derjenigen der FLAG-Ämter, die ihren Leistungsauftrag mittels Globalbudget ausführen) weiter zu fördern?

6. Koordination: Wie erfolgt die Koordination mit den Kantonen?

Anwendung des Öffentlichkeitsgesetzes

13.04.2011 – Interpellation 11.3358 – Edith Graf-Litscher
Status: Im Plenum noch nicht behandelt

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Seit der Inkrafttretung des Öffentlichkeitsgesetzes am 1. Juli 2006 haben alle Personen die Möglichkeit, Informationen und Dokumente der Bundesversammlung zu erhalten, solange diese nicht die Privatsphäre verletzen oder die Sicherheit des Landes gefährden. Dies ist hinsichtlich der transparenten Verwaltungsführung zu begrüssen.

Allerdings hat das Institut de hautes études en administration publique (IDHEAP) in einer Evaluation des Öffentlichkeitsgesetzes vom 24. April 2009 festgestellt, dass nur wenige Bürgerinnen und Bürger das Gesetz in Anspruch nehmen und dieses entsprechend kaum zu mehr Transparenz beiträgt. Ausserdem sei nicht bekannt, mittels welchem Verfahren entschieden wird, was freigegeben wird und was nicht. Des Weiteren stellen sich bei der Anwendung des Öffentlichkeitsgesetzes zusätzliche praktische Probleme:

Einerseits ist nicht vollumfänglich bekannt, über welche Datenbestände die Behörden überhaupt verfügen, sodass diese auch nicht erfragt werden können. Andererseits ist bei jeder Anfrage mit längeren Antwortzeiten und einer möglichen Absage zu rechnen. Des Weiteren sind gemäss Antwort des Bundesrates auf meine Frage vom 2. März 2011 die Datenbestände der Bundesverwaltung über die zahlreichen Websites der jeweiligen Departemente und Ämter verteilt. Schliesslich entsteht für die Behörden unnötiger Mehraufwand, wenn unterschiedliche Personen Zugang zu denselben Daten beantragen. Auf Grund dieser Sachlage bitte ich den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:

- Nach welchen Kriterien und Vorgängen wird entschieden, welche Informationen und Dokumente ohne äussere Einwirkung frei veröffentlicht werden und welche Daten erst auf Anfrage mittels Anwendung des Öffentlichkeitsgesetzes freigegeben werden?

- In wieweit wurde geprüft, ob ein bestehendes oder neues Web-Portal der öffentlichen Verwaltung als zentraler Zugang der offen zugänglichen Datenbestände dienen kann?

- Wie beabsichtigt der Bundesrat die proaktive Veröffentlichung von Behördendaten als Open Government Data weiter zu fördern und die Bevölkerung diese Dienstleistung bekannt zu machen?

E-Government und Open Government Data

12.04.2011 – Interpellation 11.3346 – Christian Wasserfallen
Status: Im Plenum noch nicht behandelt

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Der Bundesrat beantwortet die Frage von Edith Graf-Litscher vom 2. März 2011 (11.5040) bezüglich Potential von Open Government Data unter anderem wie folgt: “Insbesondere auch im Rahmen der E-Government-Strategie Schweiz werden diese Fragen in enger Zusammenarbeit zwischen Bund und Kantonen besprochen.”

- Welche konkreten Themen besprechen Bund und Kantone im Zusammenhang mit E-Government und Open Government Data?

- Welche Massnahmen sind neben dem E-Government-Symposium 2011 geplant?

- Wird Open Data Government ein Schwerpunktthema der neuen E-Government Strategie Schweiz werden?

- In wieweit berücksichtigt der Bundesrat, dass Open Government Data nicht nur im Rahmen der E-Government-Strategie Schweiz behandelt werden muss, sondern auch weitergehende Bereiche des Bundes wie beispielsweise Strategie des Bundesrates für eine Informationsgesellschaft in der Schweiz betrifft?

Förderung der Freigabe von Open Source Software

14.04.2011 – Motion 11.3379 – Thomas Weibel
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Der Bundesrat wird beauftragt, Massnahmen zur Förderung der Freigabe von Open Source Software zu treffen. Insbesondere kommen in Frage:

1. Eine Zusammenstellung vorzulegen, welche Bundesstellen in den letzten drei Jahren Software anderen Bundesstellen frei zur Verfügung gestellt haben.

2. Mittels Sensibilisierungskampagne und weiteren geeigneten Massnahmen die Bundesstellen über Nutzen und Herausforderungen, Best Practices, Vorgehen etc. bezüglich Freigabe von Open Source Software in der öffentlichen Hand zu informieren.

3. Departemente, Ämter und andere Institutionen des Bundes mit Anreizen motivieren, eigens entwickelte Applikationen anderen Behörden als Open Source Software zur Mehrfachnutzung zur Verfügung stellen.

4. Bundesstellen finanziell und operativ unterstützen, wenn sie bereit sind, eigene Applikationen als Open Source Software freizugeben.

Begründung:

Die E-Government-Strategie Schweiz besagt, dass die Wiederverwendung von einmal entwickelter Software in der öffentlichen Verwaltung erwünscht ist: “Einsparungen durch Mehrfachnutzung und offene Standards: Dank dem Prinzip Einmal entwickeln – mehrfach anwenden, offenen Standards und gegenseitigem Austausch werden die Investitionen optimal genutzt.”

Es ist jedoch nicht öffentlich bekannt, ob und wie diese Strategie-Vorgabe bislang umgesetzt wird. Auch wurden bisher keinerlei Massnahmen vollzogen, welche diese Vorgabe umsetzen.

Veröffentlicht in Bundesverwaltung, Open Government Data, Vorstoss | 1 Kommentar
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