Motion für Open Source Förderstrategie der Stadt Bern eingereicht

Zusammen mit weiteren Stadträtinnen und Stadträten aus SP, der Jungen Alternative (JA!) und der Grünliberalen Partei (GLP) hat EVP-Stadtrat Matthias Stürmer eine Motion für die Erarbeitung und Umsetzung einer Open-Source-Förderstrategie eingereicht.

Die interfraktionelle Motion unterzeichneten 47 der 80 Stadträtinnen und Stadträte. Sie fordert vom Gemeinderat eine aktive Förderung von Open-Source-Software in der Informatik der Stadtverwaltung. Die Verfasser des Vorstosses betonen, dass die jährlichen Investitionen in die Informatik in der Stadt Bern im mehrstelligen Millionenbereich liegen und deshalb eine vorausschauende und wirkungsvolle Strategie notwendig ist. Aufgrund der stetig wachsenden Abhängigkeiten von grossen Software-Lieferanten werden heute vielfach Software-Produkte beschafft, ohne dass Alternativen nur schon geprüft worden sind. Diese Situation sei sowohl für die Stadtinformatik wie auch für die Steuerzahlenden stossend.

Die Erstunterzeichnenden weisen auf die Vorteile einer Förderung von Open-Source-Software hin: Langfristige Kosteneinsparungen, wiedergewonnene Kontrolle über Software und Daten sowie Innovation und Wettbewerb unter den lokalen Informatik-Unternehmen. Mittels Open Source Software sollen öffentliche Gelder vermehrt in öffentliche Güter investiert und die „Digitale Nachhaltigkeit“ der Stadtberner Informatik gestärkt werden.

Die geforderte Open-Source-Förderstrategie soll folgende Anforderungen erfüllen:

  • Bei allen künftigen Beschaffungen werden in der Regel Betriebssystem- und Browserunabhängige Lösungen gewählt (z.B. Web-Applikationen, Java, Verwendung offener Datenformate).
  • Öffentliche Ausschreibungen werden möglichst produkt- und herstellerneutral ausgeschrieben.
  • Bei allen öffentlichen IT-Beschaffungen werden stets auch Open Source Lösungen zugelassen.
  • Bei gleichwertigen funktionalen Eigenschaften und vergleichbaren Kostenstrukturen wird die Open-Source-Variante bevorzugt.
  • Eigens oder im Auftragsverhältnis entwickelte Software wird unter einer Open-Source-Lizenz veröffentlicht.

Damit diese Open-Source-Förderstrategie einst nicht unbeachtet im Schreibtisch verschwindet, soll sie mittels einer neu zu schaffenden Kompetenzstelle bei den Informatikdiensten umgesetzt werden. Auch sollen sich die Informatikdienste aktiv in nationalen und internationalen Gremien bezüglich Open Source vernetzen und gemeinsam mit anderen Behörden Open-Source-Projekte und -Initiativen umsetzen.

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Call for Participation: Mediorama Digitale Nachhaltigkeit

19.01.2012 – Lilienberg Unternehmerforum, Ermatingen.

Ab 2012 will das Lilienberg Unternehmerforum in seinem Mediorama eine Ausstellung zum Thema „Digitale Nachhaltigkeit“ präsentieren. Ziel dieser dauerhaften Ausstellung ist, Personen aus den Bereichen Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Bildung und Kultur praxisorientiert über die Thematik zu informieren, das Bewusstsein zu fördern, Vorurteile abzubauen und Vorteile aufzuzeigen. Lilienberg lanciert diesen Call for Participation, um eine zeitlich begrenzte Begleitgruppe für das Vorprojekt zu gewinnen. Anmeldeschluss ist der 15.2.2012.

Zielgruppe:

Netzwerke, Know-how Träger oder Projekte zu den Themen:

  • Open Source Software;
  • Open Standards;
  • Open Content;
  • Open Government Data;
  • Open Access.

 

Rahmenbedingungen:

Das Lilienberg Unternehmerforum will mit dieser Ausstellung dem Thema “Digitale Nachhaltigkeit” eine Plattform bieten. Die Begleitgruppe trifft sich zu einem eintägigen Workshop (optional auch zu einem zweiten Workshop) auf dem Lilienberg. Dabei sollen inhaltliche Aspekte sowie die Umsetzungsmöglichkeiten bearbeitet werden. Die Teilnahme an dieser Begleitgruppe ist ehrenamtlich. Workshop(-s), Infrastruktur, Material sowie Verpflegung wird vom Lilienberg Unternehmerforum übernommen. Wenn Spesen geltend gemacht werden sollen, fügen Sie diese bitte Ihrer Anmeldung bei.

 

Ziel:

Die Begleitgruppe soll in der Vorphase des Projekts die Hauptthemengebiete für den Bereich „Digitale Nachhaltigkeit“ definieren und Umsetzungsmöglichkeiten für eine Ausstellung aufzeigen. Nach dieser Vorphase, die spätestens bis Ende März 2012 dauert, wird ein Teil der Begleitgruppe dazu eingeladen, an der Umsetzung des Medioramas mitzuwirken. Dieser Teil fällt nicht mehr unter die ehrenamtliche Arbeit.

 

Nachhaltigkeit des Projekts:

  • Die Ausstellung wird Personen aus den Bereichen Politik, Verwaltung und Wirtschaft als Informationsplattform zur Verfügung stehen und durch entsprechende Führungen dem interessierten Publikum näher gebracht.
  • Es werden Veranstaltungen zu ausgewählten Themenkreisen mit Einbezug der Ausstellung lanciert.
  • Neuerungen respektive Projekte im Bereich „Digitale Nachhaltigkeit“ können umgesetzt werden und finden so eine Plattform. Beiträge aus der Arbeitsgruppe werden prioritär berücksichtigt.

 

Zeitliche Gliederung

  • 15.2.2012 Anmeldeschluss für die Teilnahme an der Begleitgruppe
  • 29.2.2012 Bekanntgabe der Teilnehmenden  (Netzwerke/Projekte/Themen)
  • Tbd Workshop 1
  • Tbd Workshop 2 (optional)
  • Ende März 2012 Persönliche Einladung zur Workshop-Teilnahme


Anmeldung unter:
glenn.mueller@lilienberg.ch

Bitte der Anmeldung eine Kurzbeschreibung des möglichen Beitrags (Netzwerk, Projekt oder Thema) und ein persönliches Kurzportrait anfügen. Falls Spesen geltend gemacht werden sollen, diese entsprechend auch vermerken.

Gerne können Sie sich auch mit Fragen oder Anregungen an uns wenden.

 

Freundlich grüsst

Nationalrätin Edith Graf-Litscher
Co-PräsidentinParlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit

Dr. Matthias Stürmer
GeschäftsleiterParlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit

Glenn Mueller
Leiter Bereich BildungLilienberg Unternehmerforum

 

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Interpellation zur Gever-Neubeschaffung

Edith Graf-Litscher, Co-Präsidentin der Parlamentarischen Gruppe Digitale Nachhaltigkeit, hat wie im November 2011 angekündigt in der vergangenen Session einen Vorstoss zur Neubeschaffung von Gever eingereicht. Insgesamt hat die Parlamentarische Gruppe seit ihrer Gründung im 2009 nun 27 Vorstösse an den Bundesrat eingereicht.

Hier die aktuelle Interpellation zur Gever-Neubeschaffung:

Gever-Neubeschaffung nach Abbruch von Gever Office

Nr. 27 – 22.12.2011 – Interpellation 11.4121 - Edith Graf-Litscher
Status: Im Plenum noch nicht behandelt

Eingereichter Text

Mitte November 2011 wurde bekannt, dass das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) beschlossen hat, die Weiterentwicklung der Software-Lösung Gever Office für die elektronische Geschäftsverwaltung (Gever) abzubrechen. Es würde sich wirtschaftlich nicht lohnen, die auf Microsoft SharePoint basierende Gever-Lösung weiterzuentwickeln, weil für einen Upgrade auf die neue SharePoint-Version wesentliche Teile neu programmiert werden müssten. Nun will die Bundesverwaltung im Rahmen von Neubeschaffungen eine neue Software-Lösung als Gever-Standard bestimmen. Zu den bisherigen und zukünftigen Entscheidungen frage ich den Bundesrat:

- Wie viel Geld hat das BIT seit 2005 für die Entwicklung von Gever Office und dessen Pilotprojekte in den Departementen ausgegeben?

- Welche Beiträge flossen an welche Firmen, die für externe Leistungen für Gever Office ausgegeben wurden?

- Wie stellt der Bundesrat sicher, dass die Neubeschaffungen von Gever-Lösungen digital nachhaltig sind und die Abhängigkeiten zu externen Firmen gesenkt werden?

- Berücksichtigt die Bundesverwaltung bei künftigen Gever-Ausschreibungen, dass Lösungen unter Open Source Lizenzen grössere Handlungsfreiheit und damit mehr Investitionssicherheit mit sich bringen?

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Parlamentarier bekennen sich zu Open Government Data

MEDIENMITTEILUNG (PDF | ODT | DOC)
PARLAMENTARISCHE GRUPPE DIGITALE NACHHALTIGKEIT

Bern, 22. Dezember 2011 – Über 60 Teilnehmende aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft haben sich am heutigen Dinner der Parlamentarischen Gruppe Digitale Nachhaltigkeit über das Thema Open Government Data informiert. Mit der Unterzeichnung des Open Government Data Manifests haben anwesende Politiker von SP, Grüne, GLP, EVP, BDP, CVP, FDP und SVP ihre Unterstützung für die Stossrichtung bekundet.

Das erste Dinner der Parlamentarischen Gruppe Digitale Nachhaltigkeit in der neuen Legislatur widmete sich dem viel diskutierten Thema Open Government Data. Was sind Chancen und Risiken frei zugänglicher Behördendaten? Was wurde bisher erreicht, was ist noch möglich? Welche politischen Gründe sprechen für bzw. gegen Open Government Data?

Zu diesen und weiteren Fragen informierten sich die über 60 Teilnehmenden des Parlamentarier-Dinners im Hotel Bern. André Golliez, Initiant von opendata.ch und Partner bei itopia AG, eröffnete den Abend mit einem Einstieg in die Thematik und zeigte aktuelle Trends der Open Government Data Bewegung auf (PDF-Folien). Anschliessend erläuterte der Direktor der Schweizerischen Landestopografie Jean-Philippe Amstein die aktuelle Daten-Situation bei der Swisstopo und wies auf die notwendigen Reformen hin, die für einen vollständigen Wechsel auf Open Government Data notwendig wären: Umverteilung von rund 15 Millionen Franken, welche die Swisstopo jährlich am kommerziellen Verkauf ihrer Daten verdient (PDF-Folien). Danach gewährte der ehemalige Botschafter und Gründer der Stiftung ICT4Peace Daniel Stauffacher einen Einblick in den internationalen Kontext und zeigte beispielhaft auf, welche Chancen Open Government Data für Hilfsorganisationen bezüglich Entwicklungszusammenarbeit und Nothilfe bei Katastrophen eröffnet (PDF-Folien).

Angeregt wurde unter anderem über den aktuellen Konflikt zwischen Swisstopo und Map+/TYDAC diskutiert. Ein Emailaufruf von TYDAC-Geschäftsleiter Flavio Hendry hatte den Mitgliedern der Parlamentarischen Gruppe Digitale Nachhaltigkeit letzten Freitag eine Flutwelle von empörten Äusserungen der Map+ Nutzer beschert. Nun wird sich die Geschäftsleitung und das Präsidium der Parlamentarier-Gruppe dem Anliegen annehmen und als vermittelnde Stelle zur Lösung des Disputs beitragen.

Als Höhepunkt des Abends wurden die anwesenden Parlamentarier eingeladen, das Open Government Data Manifest mit einer Absichtserklärung als Erstunterzeichner zu signieren. Damit befürworten Politikerinnen und Politiker Open Government Data Vorhaben der in ihrem Verantwortungsbereich angesiedelten Verwaltungseinheiten. Ausserdem beabsichtigen die Parlamentarier, Vorstösse und notwendige Reformprozesse zu unterstützen, damit die öffentlichen Institutionen künftig verstärkt die Prinzipien von Open Government Data einhalten können. Erstunterzeichner des Manifests sind folgende Amtsträgerinnen und Amtsträger:

  • Edith Graf-Litscher, Nationalrätin SP Kt. Thurgau und Co-Präsidentin Parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit
  • Christian Wasserfallen, Nationalrat FDP Kt. Bern und Co-Präsident Parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit
  • Kathy Riklin, Nationalrätin CVP Kt. Zürich und Kernteam Parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit
  • Thomas Weibel, Nationalrat GLP Kt. Zürich und Kernteam Parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit
  • Balthasar Glättli, Nationalrat Grüne Kt. Zürich und Kernteam Parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit
  • Alec von Graffenried, Nationalrat Grüne Kt. Zürich und Mitglied Parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit
  • Lukas Reimann, Nationalrat SVP Kt. St. Gallen und Mitglied Parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit
  • Willi Vollenweider, Gemeinderat SVP Stadt Zug
  • Sonja Bietenhard, Stadträtin BDP Stadt Bern
  • Giovanna Battagliero, Stadträtin SP Stadt Bern
  • Matthias Stürmer, Stadtrat EVP Stadt Bern

Folien und Videos der Referate sowie die Absichtserklärung des Manifests und weitere Unterlagen sind hier aufgeführt:

  • André Golliez, Co-Gründer der Initiative opendata.ch: Einblick und Trends der Open Government Data Bewegung (Folien als PDF)

  • Jean-Philippe Amstein, Direktor swisstopo: Aktueller Stand von Open Government Data bei der Schweizerischen Landestopografie (Folien als PDF)

  • Dr. Daniel Stauffacher, ehem. Botschafter und Stiftungsgründer ICT4Peace: Chancen von Open Government Data im internationalen Kontext (Folien als PDF)

Am 19. Januar 2012 findet ausserdem die Gründung des neuen Vereins „opendata.ch“ statt. Die offizielle Einladung zur Vereinsgründung wird an alle Mitglieder der Mailingliste opendata.ch verschickt, die Anmeldung findet auf http://opendata.ch/community statt. Weitere Auskünfte werden per Email an info@opendata.ch erteilt.

Ausblick 2012 im Bereich Digitale Nachhaltigkeit

  • Lancierung Open Government Data Studie Schweiz: Donnerstag, 19. Januar 2012 um 17:15 Uhr in der Berner Fachhochschule (PDF)
  • Gründung Verein opendata.ch: Donnerstag, 19. Januar 2012 um 18:15 Uhr in der Berner Fachhochschule (PDF)
  • make.opendata.ch Hackdays: 30./31. März 2012 und Herbst 2012 in der Deutschschweiz und Romandie
  • opendata.ch Konferenz 2012: Freitag, 22. Juni 2012 bei der Stadt Zürich
  • Konzept Digitale Nachhaltigkeit: Entwurf im Frühling 2012
  • Mediorama und Veranstaltungen zu Digitale Nachhaltigkeit: Im Laufe von 2012, bei der Stiftung Lilienberg Unternehmerforum in Ermatingen
  • IT-Beschaffungskonferenz: Herbst 2012, mit ISB, BBL, SIK, SwissICT und /ch/open
  • Open Source Studie 2012: Herbst 2012, von SwissICT und /ch/open (Call for Participation bis 31. Januar 2012)

Kontakt opendata.ch

André Golliez, Koordinator opendata.ch
andre.golliez@itopia.ch, +41 79 669 05 52

Hannes Gassert, Koordinator make.opendata.ch
hannes.gassert@ch-open.ch, +41 78 663 11 09

Kontakt Parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit

Nationalrätin Edith Graf-Litscher, Co-Präsidentin
edith.graf-litscher@parl.ch, +41 79 347 08 93

Nationalrat Christian Wasserfallen, Co-Präsident
christian@cewe.ch

Dr. Matthias Stürmer, Geschäftsführer
matthias.stuermer@ch-open.ch, +41 76 368 81 65

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Behörden veröffentlichen Spezifikation für bessere Unterstützung von OOXML in LibreOffice / OpenOffice.org

14.12.2011 – Neue Working Group „Office Interoperability“ der OSB Alliance koordiniert Umsetzung.

Als Ergebnis eines Workshops im Oktober 2011 veröffentlichen IT-Verantwortliche aus Behörden in Deutschland und der Schweiz eine detaillierte Spezifikation, wie sie die Unterstützung von OOXML in LibreOffice beziehungsweise OpenOffice.org verbessern lassen wollen. Interessierte Open Source Dienstleister können bis 31. Januar 2012 ihre Angebote bei der Working Group „Office Interoperability“ der Open Source Business Alliance einreichen. Zudem werden weitere Geldgeber für die Umsetzungsarbeiten gesucht.  

In einer einmaligen Initiative haben IT-Verantwortliche der Städte München, Freiburg im Breisgau und Jena, des schweizer Kantons Waadt, des Schweizerischen Bundesgerichts und der Schweizer Informatikstrategie Bund gemeinsam eine Spezifikation erarbeitet. Ziel ist es die Dokumente im Microsoft-Format OOXML besser in LibreOffice beziehungsweise OpenOffice.org anzeigen und weiterverarbeiten lassen wollen. Die Behördenvertreter hatten am 10. und 11. Oktober 2011 in Zürich im Rahmen eines Workshops das Projekt „Layout-getreue Darstellung von OOXML-Dokumenten in Open Source Office Applikationen“ gestartet. Zur Koordination der Umsetzungsarbeiten wurde innerhalb der Open Source Business Alliance eigens die Working Group „Office Interoperability“ gegründet. Weitere Interessenten für diese Working Group können sich bis 19. Dezember 2011 bei der OSB Alliance in Verbindung setzen, um den Sprecher und dessen Stellvertreter final zu wählen.

Die geplanten Verbesserungen betreffen vorwiegend Korrekturen und Erweiterungen des OOXML-Filters der aktuellen Version von LibreOffice und OpenOffice. Die zu entwickelnden Verbesserungen sollen wiederum als Open Source Software in alle quelloffenen Office-Produkte zurückfließen können. Daher wurde als Lizenz die Apache License v2.0 gewählt. Zur verbesserten OOXML-Unterstützung hat die OSB Alliance Working Group folgende fünf Arbeitspakete definiert: Formatierung von Rahmen und Bildern in .docx, Formatierung von Tabellen in .docx, Formatierung von Aufzählungen in .docx, Formatierung von Kommentaren in .docx und .xlsx, Einbettung von Schriften in OOXML und ODF. Anhand von Testdokumenten wird die Erfüllung der Vorgaben geprüft.

Aufgerufen sind nun einerseits Open Source Dienstleister die bereit sind, die vorgegebenen Anforderungen im Rahmen eines regulären Software-Entwicklungsprojekts umzusetzen. Angebote basierend auf der öffentlich zugänglichen Ausschreibung können bis 31. Januar 2012 bei der Working Group „Office Interoperability“ der OSB Alliance eingereicht werden. Auf Grund der eingegangen Angebote wird danach die Finanzierung festgelegt.

Die Mitglieder der OSB Alliance Working Group haben sich verpflichtet, einen Beitrag an den Entwicklungskosten zu leisten. Um alle Umsetzungsarbeiten vollständig zu decken, werden weitere Geldgeber gesucht, die mithelfen, das Projekt „Layout-getreue Darstellung von OOXML-Dokumenten in Open Source Office Applikationen“ zu finanzieren.

 

Statements von Mitgliedern der Working Group „Office Interoperability“

Lothar Becker, Mitglied im erweiterten Vorstand des FroDeV und Vertreter in der OSB Alliance Working Group Interoperability: “Wir wollen als FrODeV mit unserem Know-how und durch die Mitarbeit in der Working Group Office Interoperability der OSB Alliance den Zugang zu freien Office Suiten fördern und über den Informationsaustausch einen Mehrwert für beide Vereinsmitglieder erreichen.”

Thorsten Behrens, LibreOffice Entwickler bei SUSE: „LibreOffice kann mit dieser Initiative die Lösung für alle werden, die eine vollwertige, kompatible und standard-konforme Office-Suite nutzen möchten.”

Nico Gulden, Product Manager, Univention GmbH: “Being a corporate user of OpenOffice.org ourself and providing an increasing number of Open- / LibreOffice users with open source infrastructure software, we are very excited about the fact, that this initiative finally is going to resolve the major issues in interoperability of office software from different vendors.”

Die Spezifikation ist unter www.osb-alliance.com öffentlich zugänglich: http://www.osb-alliance.com/index.php/de/themen-der-lisog/working-groups

Zur Mitfinanzierung des Projekts und bei weiteren Fragen dazu kann der designierte Sprecher der Working Group „Office Interoperability“ der OSB Alliance, Dr. Matthias Stürmer, kontaktiert werden. (matthias.stuermer@ch.ey.com ; Telefon +41 58 289 61 97)

 

Weitere Informationen zum Projekt sind hier verfügbar:

Öffentliche Institutionen fördern gemeinsam bessere Unterstützung von OOXML in LibreOffice/OpenOffice.org (15.08.2011): http://www.ch-open.ch/events/archiv/2011/libreofficeooo-workshop/
User initiative for improving OOXML integration in LibreOffice/OpenOffice.org (14.10.2011): http://www.slideshare.net/nice/user-initiative-for-improving-ooxml-integration-in-libreofficeopenofficeorg
Bessere OOXML-Unterstützung in Open|LibreOffice (14.12.2o11): http://www.heise.de/open/meldung/Bessere-OOXML-Unterstuetzung-in-Open-LibreOffice-1395426.html
European IT authorities want better OOXML in Libre/OpenOffice (14.12.2011): http://www.h-online.com/open/news/item/European-IT-authorities-want-better-OOXML-in-Libre-OpenOffice-1395595.html

 

Der vollständige Artikel aus “OSB Alliance” ist unter folgendem Link verfügbar:

Deutsch: http://www.osb-alliance.com/index.php/de/home/5-lisog/619-behoerden-veroeffentlichen-spezifikation-fuer-bessere-unterstuetzung-von-ooxml-in-libreofficeopenofficeorg-neue-working-group-office-interoperability-der-osb-alliance-koordiniert-umsetzung
Englisch: http://www.osb-alliance.com/index.php/de/home/5-lisog/622-authorities-publish-specification-for-better-support-of-ooxml-in-libreofficeopenofficeorg-new-qoffice-interoperabilityq-working-group-within-osb-alliance-to-coordinate-implementation

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Bund gibt Microsoft den Laufpass

 

Artikelhinweis Tagesanzeiger/Der Bund (PDF):

19.11.2011 – Der neue Informatikchef des Bundes räumt auf – und stoppt ein millionenschweres IT-Projekt.

Bis Ende dieses Jahres sollte die Bundesverwaltung papierlos werden: Die rund 37 000 Bundesangestellten sollten auf einen elektronischen Schriftenverkehr umsatteln. So sah es jedenfalls ein Aktionsplan vor, den der Bundesrat 2008 verabschiedet hatte. Mittlerweile hat sich gezeigt, dass die flächendeckende Einführung der elektronischen Geschäftsverwaltung (Gever) länger als ursprünglich geplant auf sich warten lässt. Und nun muss der Bund bei diesem Vorhaben einen weiteren schmerzhaften Rückschlag einstecken: weil sich die Weiterentwicklung nicht lohnt, zieht das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) einer eigenen, auf Microsofttechnologie basierenden Softwarelösung den Stecker raus, wie das Fachportal Inside-it.ch berichtet. Der neue BIT-Direktor Giovanni Conti setzt damit einen Schlussstrich unter ein IT- Projekt, das seit dem Jahr 2005 zahlreiche eigene IT-Spezialisten wie auch externe Softwarefirmen beschäftigt hat und in Fachkreisen schon länger in der Kritik stand.

 

“Nicht kostendeckend”

Beim Bundesamt für Informatik bestätigt man den Übungsabbruch: «Eine interne Untersuchung über die künftigen Entwicklungskosten hat ergeben, dass die anstehenden Investitionen, die wir tätigen müssten, nicht kostendeckend wären», sagt BIT-Sprecher Claudio Frigerio. Laut gut unterrichteten Quellen wäre ein guter Teil dieser Mehrkosten entstanden, weil die Lösung des Bundes auf einer älteren Version der Microsoft-Software Sharepoint basiert. Mit dem Erscheinen der neuen Version 2010 müsste der Bund bei seinen IT-Arbeiten wieder von vorne anfangen.

Die Software mit dem Namen Gever Office war erst vor einem Jahr als Standard anerkannt und in einigen Ämtern bereits als Pilotprogramm eingesetzt worden. So etwa in der Steuerverwaltung, welche die Amtshilfeverfahren mit ihm realisierte. Später dann hätte das Produkt in verschiedenen anderen Bun- desämtern flächendeckend Einzug halten sollen.

Die eigens entwickelte Lösung sollte dabei als Konkurrenzprodukt zum teu- ren Produkt Fabasoft positioniert werden, das von einem österreichischen Softwarehersteller stammt und in der öffentlichen Verwaltung eine Monopolstellung geniesst. Doch aus dem geplanten Angriff wird nun nichts. Im Gegenteil: Der Bund muss jetzt wieder praktisch bei null anfangen. Er ist gezwungen, nächstes Jahr im Rahmen einer Ausschreibung gemäss WTO-Richtlinien ein neues Produkt zu beschaffen.

Doch wieviel Geld muss der Bund wegen des Übungsabbruchs abschreiben? Laut dem Bundesamt für Informatik schlagen die Entwicklungskosten mit 7,5 Millionen Franken zu Buche. Dabei dürfte es sich allerdings bloss um die Spitze des Eisbergs handeln: Denn die Kosten, die bei den betroffenen Behörden anfallen, dürften noch höher sein. Der Bundesrat veranschlagt für die Einführung der elektronischen Geschäftsverwaltung pro Arbeitsplatz zwischen 6000 und 9000 Franken. Bei geschätzten 500 bis 1000 Personen, die heute mit der Lösung von Microsoft und Bund arbeiten, muss der Bund somit im Maximum weitere 9 Millionen Franken berappen. Hinzu kommen weitere Kosten für die Evaluation einer neuen Alternative zu Fabasoft. Die Parlamentarische Gruppe «Digitale Nachhaltigkeit» hat denn auch bereits Alarm geschlagen. Ihre Co-Präsidentin, die Thurgauer SP- Nationalrätin Edith Graf-Litscher, verlangt vom Bundesrat, Rechenschaft über das undurchsichtige Projekt abzulegen, und erwartet eine lückenlose Aufklärung der Vorgänge. Sie spricht aber auch von einem mutigen Schritt des neuen BIT-Direktors: «Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.»


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Der vollständige Zeitungsartikel aus “Der Bund” ist als PDF verfügbar.

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Berner Stadtrat weist Microsoft Enterprise Agreement zurück

Heute hat aufgrund eines Rückweisungsantrags der Fraktionen GFL/EVP, SP/Juso und GB/JA der Stadtberner Gemeinderat den Auftrag gefasst zu prüfen, ob bei den rund 300 städtischen Servern mittels Linux-Wechsel Kosten gespart werden können. Das Votum von Matthias Stürmer erläutert die Gründe, weshalb eine derartige Prüfung sinnvoll ist. Der Stadtrat hat danach mit einer Mehrheit von 35 zu 27 Stimmen entschieden, dass das Geschäft “Microsoft Server-Lizenzierung in der städtischen Informatik: Wahl der Lizenzierungsvariante; Kredit” erst wieder vorgelegt werden darf, wenn folgende Fragen geklärt sind:

  • Der Gemeinderat belegt, dass ein weitergehender Wechsel der Server-Infrastruktur auf das Betriebssystem Linux tatsächlich anhand entsprechender Vergleichsofferten von Open Source Dienstleistern geprüft wurde.
  • Der Gemeinderat zeigt detailliert auf, weshalb ein weitergehender Wechsel der Server-Infrastruktur auf das Betriebssystem Linux nicht möglich und nicht wirtschaftlich sein soll. Die allenfalls nicht mit dem Betriebssystem Linux kompatiblen Fachanwendungen, Datenbanksysteme und weiteren Applikationen und Middleware-Lösungen sind aufzulisten. Die langfristigen Kosten der Open Source-Szenarien sind auf einer Zeitachse von 15 Jahren auszuweisen.
  • Der Gemeinderat zeigt auf, wie sich der Einsatz von zusätzlichen Servern auf die Kostenstruktur sowohl des Microsoft-Szenarios als auch von Linux-Servern auswirkt.

Die Bernerzeitung Online schreibt dazu noch am selben Abend:

Gemeinderat muss Open-Source-Lösungen prüfen

Mit 35 zu 27 Stimmen folgte das Parlament einem gemeinsamen Antrag der Fraktionen GFL/EVP, SP/Juso und GB/JA. Zur Diskussion standen die Microsoft Server Lizenzen für die Server der städtischen Informatikdienste. Dabei geht es um einen Kredit von 330’000 Franken.

Die Stadtregierung muss nun gemäss Rückweisungsantrag zunächst belegen, weshalb ein Wechsel im grösseren Stil auf das Betriebssystem Linux nicht möglich und nicht wirtschaftlich sein solle. Die Kosten von möglichen Open-Source-Szenarien sollen auf einer Zeitachse von 15 Jahren ausgewiesen werden.

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Open Government Data für die Schweiz: Parlamentarier und Programmierer ziehen am gleichen Strick

MEDIENMITTEILUNG
PARLAMENTARISCHE GRUPPE DIGITALE NACHHALTIGKEIT

Zürich, 14. Oktober 2011

Nachdem der Bundesrat im August drei Interpellationen zu Open Government Data positiv aber unverbindlich beantwortet hat, verlangen Mitglieder der Parlamentarischen Gruppe Digitale Nachhaltigkeit nun konkrete Schritte zur Öffnung der Datenbestände des Bundes. Die Nationalrätinnen Edith Graf-Litscher (SP) und Kathy Riklin (CVP) sowie Nationalrat Christian Wasserfallen (FDP) haben zu diesem Zweck eine wegweisende Motion und zwei Postulate eingereicht.

Gleichzeitig arbeiteten Anfang Oktober unter dem Titel `make.opendata.ch` 120 Software-Entwickler, Gestalter und Konzepter zwei Tage lang an neuen Apps für mehr Datenzugriff in ihren Städten, ihren Kantonen, ihrem Land – und zeigten so in Zürich und Lausanne, wie High-Tech, Design und Demokratie produktiv zusammenfinden können.

Offen zugängliche Behördendaten enthalten ein in der Schweiz bis anhin unerschlossenes Potential für mehr Transparenz, Innovation und Kosteneinsparungen. Daher fordert Edith Graf-Litscher in ihrer Motion ein zentrales Verzeichnis aller Datenbestände sowie einen effizienten, zentralen Zugang zu den öffentlich verfügbaren, aktuellen und archivierten Daten des Bundes. „Vergleichbare Erfahrungen in anderen Ländern zeigen, dass der volkswirtschaftliche Nutzen offen zugänglicher Behördendaten erst mit der Einrichtung eines zentralen Zugangs zu diesen Datenbeständen einsetzt“ begründet Nationalrätin Graf-Litscher ihre Motion. „Die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Öffnung der Datenbestände des Bundes sind grundsätzlich gegeben und die Kosten für Verzeichnis und zentrale Bereitstellung der Daten in Anbetracht des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Potentials äusserst bescheiden, ich erwarte daher eine rasche Umsetzung der Massnahmen.“

„Damit das Potential von Open Government Data sinnvoll ausgeschöpft werden kann, braucht es einen Masterplan, welcher das Vorgehen der einzelnen Ämter unter einer Gesamtsicht plant und koordiniert.“, so Kathy Riklin. Aufgrund ihres Postulats erwartet Riklin vom Bundesrat bis spätestens Mitte 2012 eine Analyse der aktuellen und archivierten Datenbestände des Bundes, eine Abschätzung der Vorteile und Risiken offen zugänglicher Behördendaten sowie einen Masterplan für konkrete Massnahmen, um das Potential von Open Government Data für die Schweiz in den nächsten Jahren effektiv zu nutzen. „Die Schweiz ist arm an natürlichen Ressourcen. Aber die kreative Nutzung offener Daten der Behörden, des öffentlichen Sektors und der Forschung durch Softwareentwickler, Medienschaffende sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger ist eine Chance, die uns zusätzliches soziales und wirtschaftliches Wachstum aus eigener Kraft ermöglicht.“

Für Christian Wasserfallen ist klar, dass offene Zugänglichkeit und freie Nutzung von Behördendaten in den nächsten Jahren zu Schwerpunkten des E-Government werden. Er verlangt daher mit seinem Postulat eine entsprechende Ergänzung der E-Government-Strategie der Schweiz: „Offene Behördendaten bringen eine wesentliche Verbesserung der Transparenz staatlichen Handelns und helfen, die Effizienz der Verwaltung zu steigern. Staatliche Leistungen können aufgrund offen zugänglicher und maschinenlesbarer Daten besser beurteilt und verglichen werden. Davon profitiert die gesamte Gesellschaft.“

Am gleichen Strick wie die Parlamentarier zieht eine starke Community von Softwareentwicklern, Designern und Aktivisten, die sich am 30. September und 1. Oktober zu den ersten make.opendata.ch Hackdays zusammenfanden. 120 engagierte Profis aus dem Technologie- und Kreativsektor arbeiteten in diesen zwei Tagen in Zürich (ZHdK) und Lausanne (EPFL) an Visualisierungen, Datenanalyse-Tools und Bürger-Diensten auf Datenbasis. Das Resultat sind unter anderem die Visualisierung der Schweizer Armeealtlasten, das Herunterbrechen der Zürcher Jahresrechnung auf den Beitrag einer Person, die Auswertung der Lausanner Energieverbrauchsdaten auf Strassenebene („Ma rue, est-elle verte?“) sowie die Herstellung eines Datenstroms der Schweizer Strahlungswerte. Dabei manifestierte sich ein klarer Wille und ein Bedürfnis, mittels Open Government Data komplementär zur direktdemokratischen Partizipation einen Rückkanal zu schaffen, der die Entwicklungen in unserem Gemeinwesen auf allen Ebenen greifbar, auswertbar und darstellbar macht.

Die Zusammenarbeit mit Partnern in der Verwaltung war erfolgreich und offenbarte sich beispielsweise anhand des Sponsorings durch die Initiative eZürich der Stadt Zürich oder die Datenfreigabe in Lausanne. Das staatsbürgerliche Engagement der High-Tech Spezialisten und Informationsdesignern stimmt zuversichtlich für die Entwicklung einer Demokratie des 21. Jahrhunderts Schweizerischer Prägung. Das Thema „Transparenz und IT“ wird denn auch nicht nur sie weiter beschäftigen, Open Government Data bildet schliesslich nichts weniger als die bewusst produktive Kehrseite von negativen Phänomenen wie Bankdaten-CDs, Wikileaks und Konsorten.

Die Initiative opendata.ch, getragen durch die Swiss Open Systems User Group /ch/open und die Schweizer Informatik Gesellschaft SI, arbeitet lokal wie international intensiv vernetzt an der Förderung von Schweizer Open Government Data. Mitglieder sind Exponenten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung aus der ganzen Schweiz.

Kontakt und weitere

http://opendata.ch http://make.opendata.ch info@opendata.ch
André Golliez, Koordinator opendata.ch, 079 669 05 52
Hannes Gassert, Koordinator make.opendata.ch, 078 663 11 09

Kontakt Parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit

Nationalrätin Edith Graf-Litscher, Co-Präsidentin, edith.graf-litscher@parl.ch, 079 347 08 93
Nationalrat Christian Wasserfallen, Co-Präsident, christian@cewe.ch
Dr. Matthias Stürmer, Geschäftsführer, matthias.stuermer@ch-open.ch, 076 368 81 65

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Das EDA benachteiligt Schweizer Hersteller



Artikelhinweis Tagesanzeiger/Der Bund (PDF):

10.10.2011 – Das Aussendepartement schreibt einen Millionenauftrag für einen neuen Internetauftritt aus. Die Gewinner stehen bereits fest.

Unter der Meldenummer 686333 schreibt der Bund im «Schweizerischen Handelsamtsblatt» ein «strategisches Vorhaben von hoher Priorität» aus: Bis im Frühling 2013 will das Aussendepartement (EDA) seinen Internet-Auftritt von Grund auf neu gestalten. Auch die Internet-Auftritte aller ausländischen Vertretungen, der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) und der Kooperationsbüros sollen neu realisiert werden.

Am 20. September wurde die Ausschreibung publiziert, bis Ende Oktober haben IT-Anbieter Zeit, ihre Offerte beim Bundesamt für Bauten und Logistik einzureichen. Allein für die Konzeptionsphase veranschlagt das EDA laut eigenen Aussagen 900 000 Franken, bei 380 veranschlagten Arbeitsstunden. Für die Realisierung der Webplattformen sowie für deren Support und Wartung in den folgenden vier Jahren dürfte der Bund bei 12 000 budgetierten Arbeitsstunden einen zweistelligen Millionenbetrag ausgeben, sofern das EDA den ganzen Auftrag wie geplant realisiert.


Problematische Vergabepraxis

Noch bevor der Auftrag an einen Anbieter vergeben wurde, sorgt die Ausschreibung für Kritik: Die Schweizer Open-Source-Anbieter fühlen sich benachteiligt. Sie stellen Computersoftware her, die beliebig kopiert, verbreitet und genutzt werden kann. Sie kritisieren, dass die Webplattformen laut Auftragsbeschrieb «zwingend» auf Software der US-Riesen Microsoft und Adobe basieren müsse. «Es widerspricht der Rechtsprechung des Bundesgerichts, dass das EDA vorgibt, von welchen Herstellern die Software für die Webplattform stammen muss», sagt Matthias Stürmer, Geschäftsleiter der parlamentarischen Gruppe «Digitale Nachhaltigkeit».

Stürmer verweist auf das jüngste Bundesgerichtsurteil über die Vergabe eines Auftrags über 42 Millionen Franken an Microsoft durch den Bund. Open-Source-Anbieter hatten Beschwerde eingereicht, weil der Bund im Vergabewettbewerb keine Konkurrenten eingeladen hatte. Sie blitzten mit ihrer Beanstandung aber ab, da die Richter in Lausanne ihnen die Beschwerdeberechtigung absprachen. Inhaltlich jedoch habe das Bundesgericht die Forderung bestätigt, dass die Ausschreibung nach rein funktionalen Kriterien erfolgen müsse.

Vor diesem Hintergrund halten auch Beschaffungsrechtler die Vergabepraxis des Bundes für problematisch, zumal das Aussendepartement von einem offenen Verfahren spricht: «Das ist wie wenn man einen Architekten für ein Projekt sucht, man aber zugleich sagt, die Pläne müssten von Jean Nouvel stammen», kritisiert Verwaltungsrechtler Philipp do Canto. Alle Open-Source-Firmen würden von vornherein ausgeschlossen.

Beim Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL), das den Ausschreibungsprozess überprüft hat, kann man keinen Widerspruch zur bundesgerichtlichen Rechtsprechung erkennen. EDA-Sprecher Adrian Sollberger wiederum betont, eine Ablösung der technischen Plattformen von Microsoft und Adobe steht gar nicht zur Diskussion, da diese gegenwärtig auch für andere Anwendungen genutzt würden. Stattdessen gehe es in der Ausschreibung darum, Spezialisten zu finden, welche die neue Internet-Plattform konzipieren und realisieren», so der Sprecher.

Christian Walter vom Label Swiss Made Software, das 150 Schweizer IT- Firmen vertritt, kritisiert, dass der Bund mit seiner Vergabepraxis nicht für gleich lange Spiesse bei allen Anbietern sorge. Stattdessen würden die US-Software-Giganten begünstigt. Walter warnt davor, dass der Bund auf ein sogenanntes Lock-In zusteuere. Mit anderen Worten: Ein Wechsel zu Anbietern freier Soft- ware wird immer schwieriger – und unwahrscheinlicher. Darunter litten auch Schweizer Software-Hersteller: «Eine gesunde Schweizer Software-Branche kann nur existieren, wenn Alternativen zu den US-Softwareherstellern kultiviert werden», so Walter.

Auch im Parlament war der Auftrag des EDA Thema. «Weshalb ist die Ausschreibung nicht korrekt erfolgt?», wollte SP Nationalrätin Edith Graf Litscher, Co-Präsidentin der parlamentarischen Gruppe «Digitale Nachhaltigkeit», vom Bundesrat wissen. Graf-Litscher bezeichnet die Stellungnahme des EDA als «unbefriedigend». Sie hofft auf noch hängige parlamentarische Vorstösse, die im Beschaffungswesen gleiche Chancen für Hersteller von freier und proprietärer Software fordern. Noch einmal die Gerichte bemühen können die Anhänger der Open-Source-Gemeinschaft nicht: Die Beschwerde gegen die Microsoft-Vergabe kostete sie eine Viertelmillion Franken. Jetzt ist die Kasse leer.


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Was die Parteien zu Open Source in Verwaltung und Bildung sagen

Zürich, 29. September 2011

Zur National- und Ständeratswahl 2011 hat die Fellowship Gruppe Zurich Parteien über Ihre Einstellung zu Freier Software befragt. Hier finden Sie die Antworten der Parteien:

1. Sind Sie der Meinung, dass die öffentliche Hand im Verkehr mit Privaten, wie Unternehmen, so verfahren muss, dass diese nicht dazu gezwungen sind Software oder Betriebssysteme bestimmter Hersteller zu erwerben oder zu verwenden (offene Dokumentenformate)?

Grüne Partei der Schweiz (Miriam Behrens)
: Ja, diese Ansicht teilen wir. Die öffentliche Hand muss möglichst offen und leicht zugänglich und niederschwellig informieren.
Grüne Freiburg (Gerhard Andrey): Offene Standards sollten die Basis sein, mit welchen die Verwaltung mit den Bürgern oder Unternehmen austauscht. Es darf nicht hingenommen werden, dass der Einsatz proprietärer Plattformen die Monopole privater (Software)Formen noch zusätzlich verstärkt. Die Verwaltung hat hier sogar eine spezielle Funktion zu übernehmen, in der Beschaffung offene Standards zu fördern. Nur zu oft passiert – wenn nicht sogar in der Regel – leider genau das Gegenteil.

Grüne Kanton Zürich (Balthasar Glättli): Im Verkehr mit Privaten (Einzelpersonen wie Unternehmen) sollte die oeffentliche Hand standartisierte Formate verwenden, wobei wo immer möglich standartisierte offene Dokumentenformate genutzt werden sollen. Wo noch keine standartisierten offenen Dokumentenformate bestehen, sollte das Dokumentenformat offengelegt und kostenfrei verfügbar gemacht werden.

Grünliberale Partei Baselland (Jakob Rohrbach)
: Unbedingt. Es ist zu verlangen, dass hinsichtlich der gewählten Formate keine Marken bevorzugt werden, daher sind offene Standards vorzuziehen.

Grünliberale Partei Basel-Stadt (David Wüest-Rudin): JA. Der Zugang zur öffentlichen Verwaltung und die Kommunikation mit dem Staat soll auf allen Ebenen diskriminierungsfrei erfolgen. Das gilt auch für die Verwendung von Softwareprodukten.
vert’libéral genevois (Marc Walpoth): Ja, Linux z.B. funktioniert genau so gut, wenn nicht besser als Microsoft oder Mac. Dazu sparen die Benützer viel Geld.

Junge CVP Aargau (Sascha Winterberg): Ja

SVP Aargau (Pascal Furer): Ja

Junge SVP Basel-Stadt (Alexander Gröflin): Ja

SP Schweiz (Min Li Marti): Die SP ist der Meinung, dass die öffentliche Hand im Verkehr mit Privaten, wie mit Unternehmen so verfahren muss, dass diese frei in der Wahl ihrer Mittel bleiben. Keinesfalls darf die öffentliche Hand in ihrer Kommunikation Zweite und Dritte zur Verwendung bestimmter Software oder Plattformen zwingen.

JUSO Bern (Dominik Fitze): Ja, definitiv. Es ist unhaltbar, dass die öffentliche Hand De-Facto-Monopole stützt, wo viel Konkurrenz vorhanden wäre.
JUSO St. Gallen Stadt und Region (Angelo Zehr): Ich halte es für unumgänglich, dass Plattformunabhängige Dateiformate eingesetzt werden. Sei dies *.pdf, bei dem Unabhängigkeit komplett ist, oder *.doc, das auf allen gängigen Betriebssystemen und mit verschiedenen Textbearbeitungsprogrammen geöffnet werden kann.
JUSO Winterthur (Pascal Wacker): Unbedingt mit dem frei verfügbaren Openoffice steht eine gute Alternative zu Microsoft Office zur Verfügung. Software sollte ebenfalls für diverse Betriebssysteme (MS, Mac und Linux) zur Verfügung stehen oder im Optimalfall als Webapp und direkt im Browser abrufbar sein.

Piratenpartei Schweiz (Marc Wäckerlin): Ja, unbedingt. Etwas anderes kommt gar nicht in Frage.
Piratenpartei Aargau (Stefan Ott): Absolut. Nur wenn für die Kommunikation mit Behörden konsequent auf offene Standards gesetzt wird ist gewährleistet, dass Bürger auch im Privaten das Betriebssystem ihrer Wahl verwenden können. Es ist nicht akzeptabel, wenn für den Umgang mit der öffentlichen Hand proprietäre Software vorausgesetzt wird.
Piratenpartei Zürich (Marc Rubin):

EVP Schweiz (Matthias Stürmer): Ja, unbedingt. Kommunikation mit Behörden darf auf keinen Fall den Erwerb von proprietärer Software voraussetzen. Dazu sollten bspw. E-Government Plattformen ausschliesslich auf Betriebssystem- und Browser-unabhängigen Web-Applikationen aufbauen. Ausserdem sollte anstelle von Microsoft Office-Dokumenten die Verwendung des ODF-Standards gefördert werden, denn dafür sind für alle Betriebssysteme hervorragende Office-Lösungen kostenlos als Open Source Software verfügbar. Die vollständig Implementierung eines Standards als Open Source Lösung gilt als eine wichtige Voraussetzung, damit von einem offenen Dokumentenformat gesprochen werden kann. Leider ist bei dieser Angelegenheit der Bundesrat anderer Meinung, wie er in seiner Antwort auf die Motion 09.3668 am 12.06.2009 der Parlamentarischen Gruppe Digitale Nachhaltigkeit durch Thomas Weibel „Offene Informatikstandards in der Bundesverwaltung“ entgegnet: http://www.parlament.ch/D/Suche/Seiten/geschaefte.aspx?gesch_id=20093668

2. Sind Sie der Meinung, dass die öffentliche Hand sicherstellen muss, dass Unterlagen über lange Frist uneingeschränkt zugänglich bleiben, ohne, dass für dauernde Formatumwandlung grosse Beträge aufgewendet werden müssen (offene Dokumentenformate bei der Archivierung)?

Grüne Partei der Schweiz (Miriam Behrens): Ja, diese Ansicht teilen wir auch.
Grüne Freiburg (Gerhard Andrey): Die Öffentliche Hand sollte Open Data fördern. Erste zaghafte Schritte werden gemacht. Eine echte Open Data Strategie würde die Archivierung in zeitgemässen und langfristig verarbeitbaren wiederum offenen Formaten sowieso implizieren.
Grüne Kanton Zürich (Balthasar Glättli): Die digitale Archivierung stellt die bestehenden Archive vor massive Herausforderungen. Neben dem Problem der schieren Datenmenge, welche z.B. im internen Mailverkehr von Verwaltungen entsteht, ist vorab deren korrekte Klassierung wichtig und auch schwierig. Dabei muss einerseits dem Oeffentlichkeitsprinzip Rechnung getragen werden. Auch bei nicht-öffentlichen Unterlagen ist umgekehrt sicherzustellen, dass parlamentarische Kontrollorgane (Rechnungsprüfungs-/Geschäftsprüfungskommissionen oder PUK) über lange Frist auf diese Unterlagen zugreifen können. Gleichzeitig ist im Zusammenhang mit sensiblen Daten der Datenschutz zentral. Auf der technischen Ebene sorgt die Verwendung offener Dokumentenformate bei der Archivierung dafür, dass die so kategorisierten Daten auch nach langer Frist überhaupt noch technisch zugänglich sind.

Grünliberale Partei Baselland (Jakob Rohrbach): Ja. Es wäre zu begrüssen, dass Formate auch hinsichtlich ihrer Langzeittauglichkeit gewählt werden. Wir laufen ansonsten in eine noch nicht abschätzbare Kostenfalle für die Zukunft.
Grünliberale Partei Basel-Stadt (David Wüest-Rudin): JA. Für sehr langfristige angelegte Aufgaben wie die Archivierung sind Abhängigkeiten von einem Hersteller/Anbieter eines Produkts oder einer Dienstleistung in vielen Fällen nicht optimal. Zudem legt das Öffentlichkeitsprinzip der Verwaltung einen diskriminierungsfreien Zugang zu archivierten Dokumenten Nahe.
vert’libéral genevois (Marc Walpoth): Ja, die Formatumwandlung bringt nur Ärger und Probleme. Eine einheitliche Formatierung würde die Zukunft erleichtern.

Junge CVP Aargau (Sascha Winterberg): Ja, unbedingt offene Formate

SVP Aargau (Pascal Furer): Ja

Junge SVP Basel-Stadt (Alexander Gröflin): Ja

SP Schweiz (Min Li Marti): Die SP ist grundsätzlich der Meinung, dass die öffentliche Verwaltung so transparent wie nur möglich arbeiten muss, entsprechend hat sie immer alle Vorlagen, welche das Ziel verfolgt haben, das Öffentlichkeitsprinzip einzuführen unterstützt. Die SP ist im Sinne der Transparenz, der allgemeinen Verfügbarkeit, wie auch der Effizienz der Meinung, dass Dokumente so in Formaten archiviert und zugänglich gemacht werden müssen, dass a) keine spezifische Software oder Plattform nötig ist um die Informationen zugänglich zu machen. b) es nicht notwenig ist innert kurzen Fristen Dokumente in immer neue Formate umzuwandeln, weil die Formate, in welchen sie archiviert wurden nicht mehr lesbar sind. Das PDF/A-Format (http://www.pdfa.org/) zeigt dass die Industrie hier auf gutem Wege ist.

JUSO Bern (Dominik Fitze): Ja. Die öffentliche Hand sollte aber von Anfang an offene Dokumentenformate verwenden, nicht erst bei der Archivierung. Dabei entfällt aus unserer Sicht nicht nur die Notwendigkeit des Umwandelns; es entfallen auch Lizenzgebühren. Die öffentliche Hand sollte sich dann auch, wo möglich, an der Weiterentwicklung der verwendeten Formate und Programme beteiligen.
JUSO St. Gallen Stadt und Region (Angelo Zehr): Bei der Archivierung von Daten ist eine lange Zugangsfrist und ein bequemes Formatehandling von entscheidender Bedeutung. Darauf sollte selbstverständlich geachtet werden.
JUSO Winterthur (Pascal Wacker): Wir sehen es bereits beim PDF Format, es gibt mittlerweile verschiedene Standards (PDF A, PDF B, PDF X1, usw.) deshalb ist es unablässig offene Standards und Formate zu verwenden.

Piratenpartei Schweiz (Marc Wäckerlin): Ja, selbstverständlich.
Piratenpartei Aargau (Stefan Ott): Ja. Durch den Einsatz von freier Software ist es relativ einfach, Dokumente «dauerhaft» zu archivieren, da einerseits klar festgelegt und nachzulesen ist, wie solche Dokumente aufgebaut und ggf. wieder einzulesen sind und andererseits freie Software i.A. zu grösserer Rückwärtskompatibilität neigt. Wo kommerzielle Programme sich im Umgang mit älteren Formaten oft schwer tun, geben sich die Autoren freier Software im Normalfall grosse Mühe, auch uralte Dateien zumindest noch einzulesen. Sollte ein Format in ferner Zukunft einmal nicht mehr unterstützt werden, ist es dank offenen Standards trotzdem möglich, entsprechende Dateien zu rekonstruieren und ggf. in ein anderes Format umzuwandeln – für Dokumente, die dauerhaft verfügbar sein sollen, ein Muss.
Piratenpartei Zürich (Marc Rubin): Die öffentlichen Verwaltungen sind aus meiner Sicht verpflichtet möglichst viel Geld zu sparen und die Zugänglichkeit von Daten zugewährleisten.

EVP Schweiz (Matthias Stürmer): Ja, unbedingt. Die digitale Nachhaltigkeit bei der Dokumentenarchivierung setzt einen offenen Standard voraus, dessen Spezifikation frei für alle einsehbar und implementierbar ist. Wichtig ist dabei, dass Dokumentenstandards gewählt werden, die auch mit Open Source Software vollständig implementiert sind und damit vollumfänglich gelesen und geschrieben werden können. Bspw. nützt ein 6000-seitiger Standard wie Microsofts OOXML niemandem, denn letztlich braucht es eine frei verfügbare Implementierung, damit ein Dokumentenformat langfristig zugänglich ist.

3. Soll Software, die mit Steuergeldern bezahlt wurde, den Bürgern unentgeltlich, inklusive Quellcode und Bearbeitungsrecht, zur Verfügung stehen?

Grüne Partei der Schweiz (Miriam Behrens): Ja, da diese Software bereits mit Steuergeldern bezahlt wurde. Wenn die Bürger nochmals bezahlen müssten, müsste ja doppelt bezahlt werden.
Grüne Freiburg (Gerhard Andrey): Die Freigabe von Software als Open Source von staatlich finanzierter Software sollte die Regel sein. Natürlich liegt ein grosses Potential in der Freigabe an den Bürger. Ein noch grösseres hingegen beim Austausch zwischen allen Instanzen; also den Gemeinden, Kantonen und dem Bund. Nur zu oft werden Fachapplikationen in fantastisch teuren Softwareprojekten mehrfach programmiert und gleichzeitig verschlossen. Hier liegt ein immenses Sparpotential brach. Leider werden jedoch oft schon zu Beginn die rechtlichen Weichen so gestellt, dass eine Veröffentlichung des Quellcodes nicht möglich ist.
Grüne Kanton Zürich (Balthasar Glättli): Eine absolute Einschränkung, dass der Staat nur noch Softwarelizenzen kaufen darf, deren Quellcode und Bearbeitungsrecht frei sind, scheint mir in Einzelfällen Probleme zu bereiten. Sinnvoll wäre eine solche Einschränkung aber dort, wo der Staat selbst die Erstellung spezifischer Software oder auch Ergänzungen/Alternativen von Standartsoftware in Auftrag gegeben hat.

Grünliberale Partei Baselland (Jakob Rohrbach): Nein. Die Verwendung von Software soll in erster Linie der Effizienz und vorallem auch der Lösung der vorhandenen Aufgaben dienen. Das Verlangen, dass Verwaltungen nun ausschliesslich mit Quelloffener Software arbeiten würden, hätte eine mit sicherheit ungewollte Einschränkung der Arbeitswerkzeuge zur Folge und ist daher abzulehnen.
Grünliberale Partei Basel-Stadt (David Wüest-Rudin): NEIN. Softwareanbieter sind private Unternehmen. Auch diese haben Rechte wie Urheberrecht, Recht auf Eigentum etc. Die Investitionen und damit die Investitionsbereitschaft der Softwareunternehmen werden dadurch zu Recht geschützt. Es gibt keinen Grund, das Patentrecht und Eigentumsrecht abzuschaffen für Produkte, welche die öffentliche Hand beschafft. Abgesehen vom Grundsatz würde wohl niemand mehr der öffentlichen Hand eine Software verkaufen…
vert’libéral genevois (Marc Walpoth): Nein, die Entwicklung von Software und die davon abhängige Rechte (intellectual property) sollen nur dem Käufer gehören auch wenn es mit Steuergeldern bezahlt wurde.

Junge CVP Aargau (Sascha Winterberg): Ja, gehört schliesslich der Öffentlichkeit

SVP Aargau (Pascal Furer): Nein – Die Bürger können z.B. mit dem Quellcode der SAP-Lösung der Verwaltung rein gar nichts anfangen. Es ist also vollkommen unnötig.

Junge SVP Basel-Stadt (Alexander Gröflin): Nein, nicht in jedem Fall.

SP Schweiz (Min Li Marti): Steuergelder sollen der Allgemeinheit zu Gute kommen. Die Forderung ist daher wünschenswert. Zudem ist ein Software-Einkauf in der Schweiz inklusive Offenlegung auch eine Investition in den hiesigen IT-Standort.

JUSO Bern (Dominik Fitze): Ja, sie sollte sogar gemeinfrei sein. Unserer Meinung nach gilt dasselbe für Wissen, das durch öffentliche Gelder finanziert wird, explizit auch für Universitäten.
JUSO St. Gallen Stadt und Region (Angelo Zehr): Das wäre eine tolle Idee. Der Sicherheit müsste dabei jedoch unbedingt besondere Beachtung geschenkt werden. (Sensible Daten schützen)
JUSO Winterthur (Pascal Wacker): Ja, das ermöglicht den Bürgern die Software weiter zu entwickeln und anderen zur Verfügung zu stellen.

Piratenpartei Schweiz (Marc Wäckerlin): Ja, was wir Bürger bezahlt haben, gehört auch uns Bürgern. Die öffentliche Hand kann so doppelt profitieren: Einerseits profitiert Volk und Wirtschaft vom Quellcode und andererseits profitiert die öffentliche Hand wiederum von zurückfliessenden Ergänzungen und Verbesserungen. Gerade die Gemeinden und Kantone untereinander sollten OpenSource für die Lösung ihrer Probleme entwickeln (lassen) und das Resultat dann z.B. unter der GPL anderen Gemeinden und Kantonen ebenfalls zur Verfügung stellen. So profitieren alle voneinander.
Piratenpartei Aargau (Stefan Ott): Unbedingt, ja. Die Piratenpartei fordert z.B. explizit den freien Zugang zu sämtlichen Forschungsresultaten an Universitäten, mit dem Hintergedanken, dass das Volk das Recht haben soll, auf Ergebnisse zuzugreifen, welche dank Steuergeldern erarbeitet wurden. Dass die gleiche Forderung für Software auch gilt, ist für mich selbstverständlich. Nur durch unbeschränkten Zugang zum Quellcode kann sichergestellt werden, dass die Software im Interesse des Bürgers funktoiniert und dass dieser das Programm ggf. seinen Bedürfnissen anpassen kann.
Piratenpartei Zürich (Marc Rubin): Dies ist aus meiner Sicht ein muss, wenn das Kollektiv für Source Code zahlt soll dieser Source auch unter GPL oder ähnlichen Lizenzen stehen.

EVP Schweiz (Matthias Stürmer): Ja, unbedingt. Erstens sollte bei der Beschaffung von Standardsoftware wann immer möglich eine Open Source Lösung gewählt werden, damit Weiterentwicklungen durch die öffentliche Hand zurück an die Bürgerinnen und Bürger gegeben werden können. Zweitens sollte sich bei der externen Entwicklung von Individualsoftware die öffentliche Hand stets vertraglich das Urheberrecht an der Software-Lösung sichern, damit diese anschliessend unter einer Open Source Lizenz veröffentlicht werden kann. Und drittens sollte auch durch Verwaltungen intern entwickelte Software standardmässig als Open Source Software zurück an die Öffentlichkeit gegeben werden. Bereits heute sind über 2500 Software-Lösungen von europäischen Behörden unter einer Open Source Lizenz veröffentlicht, auf die über die Open Source Plattform www.osor.eu zugegriffen werden kann. In der Schweiz ist zur Zeit erst wenig Software der öffentlichen Verwaltung als Open Source verfügbar. Erfreulicherweise hat im September 2011 das Schweizer Bundesgericht seine intern entwickelte Geschäftsverwaltungssoftware OpenJustitia auf www.openjustitia.org freigegeben – ein mutiger und richtungsweisender Schritt. Die heftigen Gegenreaktionen von proprietären Software-Herstellern haben symptomatisch gezeigt, dass wesentliche Partikularinteressen von Firmen vorhanden sind und deshalb der politische Rückhalt für derartige Initiativen wichtig ist. Umso unverständlicher ist es, dass der Bundesrat die Motion „Förderung der Freigabe von Open Source Software“ (http://www.parlament.ch/d/suche/seiten/geschaefte.aspx?gesch_id=20113379) ablehnt – sozusagen ein Aufruf für politisches Handeln durch das neue Parlament!

4. Sind Sie der Meinung, dass in Schulen verwendete Software, die von den Kindern auch zuhause zur Erledigung der Hausaufgaben gebraucht wird keine bestimmten Betriebssysteme voraussetzen darf?

Grüne Partei der Schweiz (Miriam Behrens): Ja, die Schwelle in der Bildung sollte möglichst niedrig sein, daher sollten keine bestimmten Betriebssysteme vorausgesetzt werden.
Grüne Freiburg (Gerhard Andrey): Es wäre wünschenswert, dass Schüler ohne jegliche Softwareinstallation und auf allen Plattformen arbeiten könnten. Gerade im E-Learning sind Browser basierte Lösungen installierter Software vorzuziehen. Aber auch hier: Interoperable Open Source Software sollte die Regel sein, nicht die Ausnahme.
Grüne Kanton Zürich (Balthasar Glättli): Ich bin grundsätzlich der Meinung, dass Lernsoftware auf verschiedenen Systemen laufen sollte, was z.B. durch die Verwendung von Java oder durch webbasierte Applikationen, welches auf allen verbreiteten Betriebssystemen laufen, erreicht werden kann.

Grünliberale Partei Baselland (Jakob Rohrbach): Im Grundsatz, Ja. Das Ziel soll die Lösung der Ziele sein und nicht die Voraussetzung einer bestimmten Marke/Betriebssystems. Andernfalls müsste die Schule die entsprechenden Werkzeuge zur Verfügung stellen.
Grünliberale Partei Basel-Stadt (David Wüest-Rudin): JA. Kinder müssen diskriminierungsfreien Zugang zu allen Lehrmitteln haben, das gilt auch für Software.
vert’libéral genevois (Marc Walpoth): Ja, siehe Antwort 1

Junge CVP Aargau (Sascha Winterberg): Ja

SVP Aargau (Pascal Furer): Ja – wenn es zuhause gebraucht werden müsste. Das ist an der Volksschule aber sicher nicht der Fall.

Junge SVP Basel-Stadt (Alexander Gröflin): Ja, eine plattformunabhängige Software wäre wünschenswert. Damit wäre sichergestellt, dass keine Schülerinnen und Schüler aufgrund unterschiedlicher Betriebssysteme ihres PCs ausgeschlossen werden.

SP Schweiz (Min Li Marti): Wo immer möglich sind plattformunabhängige Lösungen vorzuziehen. Aber auch hier gilt es, Praktikabilität, Einfachheit der Bedienung und Kosten dagegen abzuwägen.

JUSO Bern (Dominik Fitze): Ja. Schulen sollten ebenso wie die restliche öffentliche Hand grundsätzlich freie Software verwenden, die auf verschiedene Betriebssysteme portiert ist, um keine (de-facto-)Monopole zu stützen.
JUSO St. Gallen Stadt und Region (Angelo Zehr): Dies sollte nicht der Fall sein. Ich denke in fast allen Bereichen der Software gibt es gute plattformunabhängige Wege zum Ziel.
JUSO Winterthur (Pascal Wacker): Schulen sollten wo möglich auf Open-Source Software oder Besser Web-Apps (Google Docs, Zoho, usw.) zurückgreifen denn es kann nicht sein, dass ein Schüler sich zur Erledigung der Hausaufgaben eine teure Softwarelizenz kaufen muss!

Piratenpartei Schweiz (Marc Wäckerlin): Ja, unbedingt. Etwas anderes kommt gar nicht in Frage. Da würde ich in der Schule vorsprechen und darauf hinweisen, dass das nicht geht, wenn es nicht so wäre. Die Lehrmittelverage müssten dringend gezwungen werden, ihre Ergänzungssoftware in Plattformneutraler Form zu produzieren. Vorzugsweise statt auf CD über einen Webdienst (wobei es möglich sein soll, dass der Server von der Schule betrieben wird und ebenfalls auf allen Plattformen läuft).
Piratenpartei Aargau (Stefan Ott): Ja. Es ist nicht hinnehmbar, dass Schulen die Software-Ausstattung des Elternhauses bestimmen. Mit offenen Standards kann das heute Problemlos verhindert werden, beispielsweise in dem Hausaufgaben über ein Web-Interface erledigt werden oder durch den Einsatz von freier, kostenloser Software, welche für eine Vielzahl von Betriebssystemen verfügbar ist. Darüberhinaus setzt sich die Piratenpartei übrigens in Winterthur konkret für freie Software an Schulen ein.
Piratenpartei Zürich (Marc Rubin): Die öffentlichen Schulen dürfen Kinder nicht zwingen spezielle Betriebsysteme oder Textbearbeitungs Software etc. zu benutzen und müssen Infrastruktur für einen homogenen Betrieb liefern.

EVP Schweiz (Matthias Stürmer): Ja, unbedingt. Open Source Software ist geradezu prädestiniert für den gesamten Bildungsbereich: Bereits heute ist viel Open Source Lernsoftware verfügbar, alle wesentlichen E-Learning Plattformen sind unter einer Open Source Lizenz freigegeben. Daneben fördert der Einsatz von Open Source an Schulen die Chancengleichheit, denn alle können die verwendete Software auch zu Hause uneingeschränkt einsetzen. Ausserdem stimuliert der Zugang zum Quellcode von Open Source Software den Forscherdrang von Jugendlichen und Studierenden, denn sie können sich im Rahmen des Informatikunterrichts aktiv mit der innersten Funktionsweise der Software auseinandersetzen und experimentieren. Ausserdem kann angenommen werden, dass sich der strategische Einsatz von Open Source Software im Informatikstudium auch positiv auf die heute niedrigen Studierendenzahlen auswirkt, weil damit das grundlegende Verständnis der Informationstechnologien gefördert und Informatik nicht mehr nur als Installations-Handwerk verstanden würde. Umso wichtiger ist es, dass proprietären Software-Herstellern keine Sponsoring-Aktivitäten und Partnerschaften bei Volks- und Hochschulen erlaubt werden.

5. Sind Sie der Meinung, dass die Schule Kinder und Elternhaus nicht in der Wahl ihrer Hard- und Software einschränken darf?

Grüne Partei der Schweiz (Miriam Behrens): Nein, Kinder und Elternhaus müssen in Ihrer Wahl frei sein. Es ist auch immer eine finanzielle Frage, da nicht alle Familien über die gleichen Mittel verfügen.
Grüne Freiburg (Gerhard Andrey): Es darf wohl verkraftet werden, wenn allzu angegraute Systeme nicht unterstützt werden. Jedoch sollte die Beschaffung grundsätzlich frei sein von allfälligen Zwängen in Bezug – vor allem – auf Betriebssystemebene.

Grüne Kanton Zürich (Balthasar Glättli): Eine solche Einschränkung findet in der Praxis meines Erachtens nur dann statt, wenn die Schule den Einsatz bestimmter Programme fordert, welche nicht für die drei gängigen Plattformen Windows/Apple/Linux verfügbar sind. Hier müssten in der Schule die Barrieren (sinngemäss wie unter 1. erwähnt) durch den Gebrauch von offenen Dokumentformaten zum Austausch eliminiert werden. Ebenfalls sinnvoll ist es, Kinder in der Schule stufengerecht und im Rahmen des praktischen Einsatzes über Gebrauch und Sinn der Verwendung offener Dokumentenformate zu informieren.

Grünliberale Partei Baselland (Jakob Rohrbach): Solange die Vorgabe nicht auf proprietäre Dateiformate oder Software bezogen ist, darf die Schule durchaus bestimmte Vorgaben tätigen. Diese Frage ist somit genauer zu spezifizieren.
Grünliberale Partei Basel-Stadt (David Wüest-Rudin): JA. Kinder müssen diskriminierungsfreien Zugang zu allen Lehrmitteln haben, das gilt auch für Software.
vert’libéral genevois (Marc Walpoth): Ja, siehe Antwort 1

Junge CVP Aargau (Sascha Winterberg): Ja

SVP Aargau (Pascal Furer): Selbstverständlich ja.

Junge SVP Basel-Stadt (Alexander Gröflin): Ja, die Wahl soll in erster Linie der Käufer treffen dürfen.

SP Schweiz (Min Li Marti): Ja, siehe Antwort zu Frage 4.

JUSO Bern (Dominik Fitze): siehe 4
JUSO St. Gallen Stadt und Region (Angelo Zehr): Nein ganz sicher nicht.
JUSO Winterthur (Pascal Wacker): Die Wahl der Software und der Hardware sollte immer dem Anwender überlassen werden. Wenn eine Schule Mac’s einsetzt darf dies nicht bedeuten, dass die Schüler auch zuhause einen Mac besitzen müssen!

Piratenpartei Schweiz (Marc Wäckerlin): Ja, selbstverständlich. Dafür gibt es bekanntlich offene Formate.
Piratenpartei Aargau (Stefan Ott): Definitiv, ja. Die heutige Softwarelandschaft ist einerseits viel zu kurzlebig, um konkrete, proprietäre Produkte vorzuschreiben. Andererseits bietet sich mit freier Software und offenen Standards die Möglichkeit, eine Vielzahl von Plattformen gleichzeitig zu unterstützen und so den Eltern die Möglichkeit zu geben, selbst zu entscheiden, was für Systeme sie installieren und warten möchten.
Piratenpartei Zürich (Marc Rubin): Ich bin nicht nur der Meinung sondern bin davon überzeugt das der Staat und die Schulen keinen Einfluss auf die zu verwendende Software haben dürfen.

EVP Schweiz (Matthias Stürmer): Ja, unbedingt. Kinder bzw. deren Eltern dürfen von der Schule auf keinen Fall gezwungen werden, bestimmte Informatikmittel kaufen zu müssen. Deshalb ist es wichtig, dass in der Schule bspw. ausschliesslich mit Dokumenten gearbeitet wird, die auch zu Hause einwandfrei mit kostenlos verfügbarer Software gelesen und bearbeitet werden kann. Open Source Software ist dabei die beste Wahl, denn diese verwendet anders als Freeware stets offene Dateiformate.

ALLGEMEINE ANTWORTEN

Einige Parteien haben nicht gezielt auf die Fragen sondern allgemein geantwortet oder Ergänzungen eingereicht:

Grüne Kanton Schwyz (Toni Reichmuth): 
Befürworte generell die gläserne und schwellentiefst zugängliche Verwaltung, öffentliche Hand, Schulen, usw. d.h. ich beantworte alle gestellten Fragen, die ich gelesen habe, grundsätzlich mit einem grossen JA! Was die Umsetzung der Forderungen an Finanzeinsatz für die öH bedeutet, kann ich nicht abschätzen. Eine gewisse Verhältnismässigkeit müsste natürlich gegeben sein. Es kann nicht sein, dass die IT-Abteilungen der öH stets wachsende Ausgabenposten generieren. Im Zweifelsfalle aber jedenfalls tiefste Schwellen für die Schulen, heranwachsenden Generationen und bildungsferne Schichten

JUSO Obwalden (Fabio Peter): Tut mir leid, dass es nicht für längere Antworten reicht, aber ich kann grundsätzlich überall mit ja antworten. Ich bin dafür, dass die Kompatibilität gewährleistet werden muss, ohne dass man Dokumente usw. umwandeln muss, oder die dazu passenden Programme kaufen muss. Ebenfalls bin ich für eine freie Wahl des Produkts, ohne dass man durch Monopolstellungen zum Kauf bestimmter Systeme oder Programme gezwungen wird.

JUSO Schweiz (Kristina Schüpbach): Ich glaube, die Antworten auf Ihre Fragen fallen überall etwa gleich aus, da sie ja auch sehr ähnlich sind. Weder Private noch Unternehmen, also auch nicht Kinder oder deren Eltern sollten dazu gezwungen sein, bestimmte Betriebssysteme zu erwerben um mit anderen komunizieren zu können, sei es im geschäftlichen, schulischen oder privaten Bereich. Das heutige Urheberrecht und die Monopolstellung der grossen Entwicklerfirmen führt aber leider genau zu dieser Situation. Diese gesetzlichen Grundlagen sind dahingehend zu ändern, dass eben kein Zwang zu bestimmter Software oder Betriebssystemen besteht. Bemühungen zu Open Source sind entsprechend zu unterstützen.

JUSO Stadt Zürich (Dario Schai): So wie ich das ganze Verstanden habe ist die Umfrage eine Parteibefragung. Die JUSO und insbesondere die JUSO Stadt Zürich hat zu diesen Fragen aber kein basisdemokratischer Entscheid gefällt. Die Beantwortung der Fragen wäre deshalb keine Parteimeinung, sondern die Meinung des Vorstandes und der Vorstand hat auch nicht die Kompetenzen dazu. Die JUSO Stadt Zürich kann deshalb keine Antworten auf die entsprechenden Fragen geben. Ich bitte um Verständnis.

Piratenpartei beider Basel (Cedric Meury): Sie haben diese Fragen auch an den Vorstand der Piratenpartei Schweiz geschickt. Auf meine Anfrage hin informierte mich dieser, dass Sie grundsätzlich an der Parteimeinung interessiert sind und weniger an den einzelnen Kandidierenden. Darum erlaube ich mir, Sie auf die bereits erhaltenen Antworten hinzuweisen.

Piratenpartei Schweiz (Marc Wäckerlin): Ergänzung: Kurzfassung: 5 X JA! Die Piratenpartei setzt sich explizit für freie Software und offene Formate ein. Als Gemeinderat in Winterthur kann ich hier schon in meinem ersten Amtsjahr kleine Erfolge vorweisen: Ein Postulat für OpenSource an der Oberstufe wurde mit 88% Zustimmung als dringlich überwiesen, mit immerhin noch 68% Zustimmung hat der Rat einen Nachbericht verlangt, der nun zur Debatte steht:
Link1 Link2
Ist Euch bekannt, dass …: 1. Die Lehrmittelverlage Unterrichtsmaterial nur für Windows und allenfalls noch Mac produzieren? 2. Der Kanton Zürich den Gemeinden «Word» als Austauschformat vorschreibt? Beides sollte man gesetzlich verbieten.

Junges grünes Bündnis Nordwest (Michelle Lachenmeier): Ich kann all ihre Fragen und Forderungen mit JA beantworten. Das Thema ist leider in der Öffentlichkeit noch nicht sehr präsent, aber es wichtig, dass man sich bewusst wird, dass es auch Alternativen zu den marktbeherrschenden Software- und Betriebssystemherstellern gibt. Es ist deshalb an der Zeit, dass die Politik etwas gegen dieses faktische Monopol bzw. den Nutzungszwang tut. Der Staat soll nicht noch dazu beitragen. Gerade in Schulen sollte man aufzeigen, welche Alternativen es gibt, zumal diese für Schüler und Eltern auch kostengünstiger sind.

Mehr Informationen zu diesem und anderen Themen finden Sie unter http://wiki.fsfe.org/groups/Zurich/AskYourCandidates_2011.

Veröffentlicht in Öffentliche Beschaffung, Open Content, Open Government Data, Presse | 1 Kommentar
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