Erster Open Source Roundtable Zürich

ossroundtableoiz2014

Anlehnend an den Berner Open Source Roundtable fand vergangene Woche der erste Züricher Open Source Roundtable bei der OIZ statt. Verschiedene Anbieter von Open Source Lösungen präsentierten aktuelle Entwicklungen im Bereich Open Cloud, Open Source Datenbanken, Open Source Mobile Plattformen und Open Sourcee GEVER Anwendungen. Die gezeigten Präsentationen sind hier als PDF-Downloads verfügbar:

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Der offene Code – Wieso wir freie Software brauchen

DeutschlandradioKulturVon Netzpolitik.de: Die Sendung Breitband auf Deutschlandradio Kultur hat am 22. März 2014 eine Stunde lang über “Der offene Code – Wieso wir freie Software brauchen” diskutiert. In der Sendung waren Claudia Rauch, Harald Welte und Leonhard Dobusch zu Besuch, Philip Banse machte die Moderation.

So gut wie überall spielt Software eine wachsende Rolle. Das macht Code und Coder mächtig. Die Idee freier Software setzt Transparenz und Offenheit dagegen. FOSS, kurz für Free and Open-Source Software steht für Programmcode, der sich frei verwenden, weitergeben, verstehen und verändern lässt. Es geht um Redefreiheit, nicht um Freibier – die Worte des FOSS-Pioniers Richard Stallman sind heute berühmt.

Aber was steckt wirklich hinter Open Source und freier Software? Ist das eine nerdige Gesellschaftsutopie, ein schön verpacktes Geschäftsmodell, eine Netz-Ideologie oder doch einfach nur kapitalistische Wertschöpfung mit anderen Mitteln? Was sind Vor- und Nachteile freier Software, wie und von wem wird sie entwickelt und wer schmückt sich mit dem Label?

“Software is just the beginning … open source is doing for mass innovation what the assembly line did for mass production. Get ready for the era when collaboration replaces the corporation.” (Wired 2003)

Philip Banse spricht im Talk mit drei Gästen:

Claudia Rauch. Foto: Privat.Claudia Rauch arbeitet für KDE e.V., eine nichtkommerzielle Organisation, die eines der größten internationalen Programmpakete für freie Software unterstützt. Dort ist sie unter anderem zuständig für Öffentlichkeitsarbeit, Kommunikation und die Arbeit mit der Community und organisiert internationale Konferenzen zum Thema Free Software. Twitter@frankfurtine

harald welte on flickr by viagallery cc-by http://www.flickr.com/photos/viagallery/3054613609/sizes/o/in/photostream/Harald Welte ist Programmierer und Open-Source-Aktivist. Mit dem Projekt gpl-violations.org wies er auf Verstöße gegen die GNU General Public License hin und setzte sich gerichtlich dagegen durch. Dafür wurde er mit dem Free Software Advancement Award 2007 der Free Software Foundation ausgezeichnet. Er hat in der Vergangenheit am Betriebssystem Linux mitgearbeitet und entwickelt heute als Initiator von Osmocom freie Software für Mobilfunknetze. Twitter @LaF0rge

leonhard dobusch by netzpolitik on flickr cc-by-sa http://www.flickr.com/photos/46361046@N00/8257498312/in/photolist-dzFQyyLeonhard Dobusch ist Juniorprofessur für Organisationstheorie im Fachbereich Wirtschaftswissenschaft und BWL an der Freien Universität Berlin. In seiner Promotion verglich er die Betriebssysteme Windows und Linux. Er forscht zu den Themen Innovation, Standardisierung und private Regulierung, vor allem zu Urheberrechtsmärkten. Links: Vortrag von Dobusch über Open Source | Twitter @leonidobusch

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stepping stone ist neuer Partner der Parldigi

Logo_SteppingStone_LargeWir begrüssen den Berner Open Source und Cloud Anbieter stepping stone GmbH neu als Partner der Parlamentarischen Gruppe Digitale Nachhaltigkeit!

Seit über 10 Jahren bietet die stepping stone Beratung, Konzeption, Implementierung und Betrieb in den Bereichen Engineering und Automatisierung von IT-Dienstleistungen mit Schwerpunkt auf Open Source basierte Lösungen. stepping stone beschäftigt 8 Mitarbeitende in Bern und ist langjähriges Kollektivmitglied der Swiss Open Systems User Group /ch/open. Weitere Informationen über stepping stone sind auf www.stepping-stone.ch und im OSS Directory zu finden.

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Digitale Nachhaltigkeit? Auch an Schulen!

rosmariequadrantiNationalrätin und Parldigi Kernteam-Mitglied Rosmarie Quadranti hält an der OSS an Schulen Tagung am Samstag, 29. März 2014 in Zürich das Grusswort zum Thema “Digitale Nachhaltigkeit? Auch an Schulen!” Zahlreiche weitere Referierende und Workshop-Leitende bilden ein spannendes Programm, das sich an Lehrkräfte, ICT-Verantwortliche an Schulen, Schulleitungen und Bildungs-Interessierte richtet.

Was kann ich für Informationssicherheit tun? Warum sollen Schulen auf Open Source umsteigen? Wie kann Lernenden das Internet der Dinge durch Open Hardware wie Arduino und Rasperry Pi nahe gebracht werden? Antworten auf Fragen wie diese stehen an der 8. Weiterbildungstagung in Referaten, Workshops und Kurzpräsentationen im Zentrum. Daneben sollen Austausch und Networking während Mittag und Pausen nicht zu kurz kommen.

Informationen

Datum: Samstag, 29. März 2014
Ort: EB ZürichRiesbachstrasse 11, Zürich
Zeit: von 8:45 bis 16:30 Uhr
Preis: Kostenlos. Sponsoren sei Dank!
Hashtag z.B. für Twitter: #ossxiv
Anmeldung:
 » Bitte bis 22. März anmelden…

Jugendlabor

Es wird ein Jugendlabor für Kinder und Jugendliche (ab 8 Jahren) geben. Dieses läuft ab 09:15 Uhr bis zum Mittag (Bild- und Tonbearbeitung mit GIMP / Audacity) sowie parallel zu den Workshops (Spiele programmieren mit Scratch).

Morgen und Nachmittag  sind unabhängig voneinander besuchbar. Bitte melden Sie sich bei Interesse. PS: Die Partner der Teilnehmenden dürfen gerne auch ins Jugendlabor kommen und mit dem Nachwuchs am Computer tüfteln!

Programm

Wann Was Wer
08:45 Kaffee und Gipfeli
09:00 Begrüssung (EB Zürich, SVIA, /ch/open) Felix Ritter, Martina Vazquez, Martin Vögeli
09:05 Digitale Nachhaltigkeit? Auch an Schulen! Rosmarie Quadranti (Nationalrätin)
09:15 Informationssicherheit für Schulen Georg C. F. Greve (Free Software Foundation Europe)
09:45 Förderung von OSS an Schweizer Schulen Fabia Hartwagner (educa.ch)
10:15 Pause
10:45 Umstieg auf Open Source: Ubuntu an der Schule Villmergen Martin Lang (Informatikverantwortlicher, Schulen Villmergen)
11:15 Wie beantworte ich all meine Fragen rund um Open Source? Matthias Stürmer (/ch/open)
11:45 Hinweise zu den Workshops
12:00 Gemeinsames Mittagessen
13:30 Workshops mit Stufenempfehlungen (Legende rechts beachten): Primar (P), Sekundar I (S1), Sekundar II (S2), Tertiär (T)
3d Modelling für Einsteiger (S1, S2, T; Raum 312) Adriana Mikolaskova (BG- und Informatik-Lehrerin, MNG Rämibühl)
Demobox: Ein Client-Server-System mit Raspberry Pi (S1, S2, T; Raum 215) Klaus Behrla (Vorsitzender, LPI e.V.)
Einführung “Arbeiten mit Ubuntu” (P, S1, S2, T; Raum 315) Martin Lang (Informatikverantwortlicher, Schulen Villmergen)
Internet der Dinge mit dem Raspberry Pi – Praxis für Anfänger(S1, S2, T; Material: 150 Fr; Raum 315) Yves Meili (Web Consultant, Meilione)
Lernstick Prüfungsumgebung (P, S1, S2, T; Raum 317) Ronny Standtke (Dozent für Medienpädagogik, PH FHNW)
Haus und Modelleisenbahn mit Arduino, Rasperry Pi und Co. steuern (P, S1, S2, T; Raum 317) Marcel Bernet (Präsident, /ch/open)
15:30 Pause
15:45 Kurzpräsentationen (je 5min):
Schul Informatik Plattform 21 Frank Thomas Drews (Sales, Adfinis SyGroup AG)
Melden Sie Ihre Kurzpräsentation! info@ossanschulen.ch
16:15 Verabschiedung und Apéro

Organisation

/ch/open (Swiss Open Systems User Group) – offene und freie Systeme promoten
Schweizerischer Verein für Informatik in der Ausbildung (SVIA) – Unterricht fördern

Der Anlass wird unterstützt von

EB Zürich – grösste kantonale Berufsschule für Weiterbildung der Schweiz
Hasler Stiftung – Förderung der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT)

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Motion für mehr Transparenz im Beschaffungswesen des Bundes erarbeitet

MEDIENMITTEILUNG DER PARLAMENTARISCHEN GRUPPE
DIGITALE NACHHALTIGKEIT PARLDIGI

Bern, 22. Februar 2014

Wie im Januar angekündigt reicht Edith Graf-Litscher in der Frühlingssession eine Motion ein, damit künftig sämtliche Beschaffungen des Bundes ab 50’000 Franken öffentlich bekannt gemacht werden. Vorgeschlagen wird eine entsprechende Ergänzung der AGB des Bundes. Die Veröffentlichung der Beträge und Firmennamen ist gemäss EFK und EDÖB ohne gesetzliche Anpassungen möglich.

Die Nationalrätin und Co-Präsidentin der Parlamentarischen Gruppe Digitale Nachhaltigkeit (Parldigi) Edith Graf-Litscher (SP) wird zu Beginn der Frühlingssession die Motion „Transparenz im Beschaffungswesen – Publikation Basisinformationen aller Beschaffungen des Bundes ab CHF 50`000.-“ einreichen. Auch die Parldigi-Mitglieder Christian Wasserfallen (FDP), Kathy Riklin (CVP), Thomas Aeschi (SVP) und Balthasar Glättli (Grüne) unterstützen die Motion, die durch mehr Transparenz im Beschaffungswesen Mauscheleien und Korruption in der Bundesverwaltung insbesondere im Informatikbereich bekämpfen soll.

Der Motionstext lautet wie folgt:

Der Bundesrat wird beauftragt, die rechtlichen Grundlagen dafür zu schaffen, dass alle Beschaffungen gemäss BöB mit einem Vertragsvolumen ab CHF 50`000.- mindestens einmal jährlich öffentlich in maschinenlesbarer Form publiziert werden.

Begründung: Die Vorfälle um INSIEME sowie die Unregelmässigkeiten in Zusammenhang mit IT-Beschaffungen beim SECO erfordern neben der strafrechtlichen Aufarbeitung auch mehr Transparenz bezüglich der Beschaffungen des Bundes um das Vertrauen der Öffentlichkeit zurückzugewinnen. Eine jährliche Publikation der Basisinformationen aller Beschaffungen ab CHF 50‘000.- informiert transparent über die Beschaffungspraxis und hilft, Missbräuche präventiv zu unterbinden. Die unrechtmässige Aufteilung in kleinere Aufträge an dieselbe Firma unterhalb der WTO-Grenze von CHF 230‘000.- würde sichtbar und so de facto verunmöglicht.

Die Umsetzung kann problemlos auf Basis des heute gültigen Beschaffungsrechtes (BöB, VöB) und unabhängig von weiteren Verbesserungsmassnahmen erfolgen. Sie deckt sich mit den Empfehlungen der Eidgenössischen Finanzkontrolle, die von der FinDel unterstützt werden (NZZ 31.1.2014), entspricht dem Öffentlichkeitsprinzip und ist mit dem Datenschutz vereinbar. Der eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (EDÖB) empfiehlt in seiner Stellungnahme vom 23.12.13 zu einem Schlichtungsantrag gegen das BBL explizit, den Zugang zu Listen mit Lieferfirmen der Departemente und der Bundeskanzlei „(…) in nicht anonymisierter Form sowie ohne Beschränkung (…)“ zu gewähren.

Die Anpassung der AGB des Bundes wäre der einfachste Weg um die Massnahme für alle auftraggebenden Stellen des Bundes verbindlich zu machen und gegenüber den Lieferanten Rechtsklarheit zu schaffen. Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit publiziert bereits heute eine Liste im Sinne dieser Motion.

Die Liste soll auf einer öffentlichen Website der betreffenden Stelle in maschinenlesbarer Form publiziert werden und folgende Angaben enthalten: Auftraggeber/in, Auftragnehmer/in (Name der Firma, Ort), Gegenstand, Auftragswert, Vergabeverfahren (offen, selektiv, freihändig), Datum Vertragsabschluss, Zeitraum der Auftragsausführung.

Medienreaktionen

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Parldigi begrüsst Bundesratsentscheid Schweizer IT-Firmen zu bevorzugen

SRFSRF berichtete vergangene Woche über den Bundesratsentscheid, dass künftig nur noch Schweizer Firmen kritische IKT-Infrastrukturen liefern sollen. Die Parldigi begrüsst diesen Entscheid und weist nochmal auf das von Nationalrätin und Co-Präsidentin Edith Graf-Litscher eingereichte Postulat “Sicherheit und Unabhängigkeit der Schweizer Informatik verbessern” hin, das aus Sicherheitsgründen ausserdem den verstärkten Einsatz von Open Source Software fordert.

Der Beitrag auf SRF (direkt zur Radio-Sendung):

Bundesrat zieht Konsequenzen aus NSA-Affäre

Mittwoch, 5. Februar 2014, von Max Akermann

Der Bundesrat zieht eine erste Konsequenz aus den Abhörskandalen rund um die amerikanische NSA. Künftig sollen wo möglich nur noch Schweizer Firmen sensible Kommunikationssysteme liefern.

Wenn die Schweizer Polizei Telefongespräche von Verdächtigen abhören oder E-Mails abfangen will, muss sie sich auf US-Überwachungssysteme stützen. Auch die neuste Version wird wohl die Firma Verint herstellen, ein Unternehmen mit besten Kontakten zum US-Geheimdienst NSA. Es gebe sonst niemanden, der ein vergleichbares Wissen habe, heisst die gängige Begründung.

Schweizer Technik

Bei der Informations- und Kommunikationstechnik will der Bundesrat künftig vorsichtiger sein und auf Schweizer Produkte setzen. Leistungen in dem Bereich sollen wenn möglich von der Bundesverwaltung selbst erbracht werden. Müssen sie von aussen zugekauft werden, sollen wenn immer möglich inländisch beherrschte Unternehmen zum Zug kommen.

Sicherheitstechnik in US-Hand

Tatsächlich sei das ein Problem, sagt Matthias Stürmer. Er ist Geschäftsführer der parlamentarischen Gruppe für digitale Nachhaltigkeit. US-Softwareunternehmen würden derzeit den Markt «monopolartig bestimmen». Deshalb müsse aktiv ein Schweizer Angebot gefördert werden. Nur so seien die Schweizer Behörden vor dem Mithören der ausländischen Geheimdienste sicher, so Stürmer. Zu der Gruppe gehören fast 50 eidgenössische Parlamentarier aus praktisch allen Parteien. Sie verlangen vom Bundesrat, dass die inländische Software- und Sicherheitsbranche gefördert wird. Das aber könnte zu einem Handelsproblem werden, denn grosse Bundesaufträge müssen gemäss WTO-Vorschriften international ausgeschrieben werden.

Aktionariat aus der Schweiz

Immerhin gebe es Möglichkeiten, bei Ausschreibungen gewisse Bedingungen zu stellen, sagt Stürmer. Etwa jene, dass die Mehrheit der Aktionäre der betreffenden Firma in der Schweiz wohnen müsse. Das ist deshalb wichtig, weil dann bei Streitigkeiten auch der Gerichtsort in der Schweiz wäre.

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Berner Grossrat entscheidet sich mit 130 zu 0 Stimmen für Open Source Entwicklungen des Kantons Bern

Grossrat Kanton Bern, Bild: Blick.ch

MEDIENMITTEILUNG DER SWISS OPEN SYSTEMS USER GROUP /CH/OPEN
Bern, 28. Januar 2014

Heute Morgen hat der Berner Grossrat mit 130 zu 0 Stimmen die Motion 2013.0783 „Synergien beim Software-Einsatz im Kanton Bern nutzen“ überwiesen. Zuvor hatte die Kantonsregierung ihre Unterstützung für die Anliegen von EVP, SP, BDP, Grüne und glp bekannt gegeben. Grossrat Marc Jost freut sich über die Annahme und erwartet nun finanzielle Einsparungen für den Kanton.

Deutlicher hätte das Signal kaum sein können: Heute Morgen hat der Grossrat des Kantons Bern nach kurzer Debatte die Motion 2013.0783 „Synergien beim Software-Einsatz im Kanton Bern nutzen“ mit 130 zu 0 Stimmen mit einer Enthaltung überwiesen. Ziffer 1, 2, 4, 5 und 6 gehen damit an den Regierungsrat zur Umsetzung, Punkt 3 wurde als erfüllt anerkannt und ist damit abgeschrieben:

  1. Das Amt für Informatik und Organisation des Kantons Bern (KAIO) und die Bedag Informatik AG (im Besitz des Kantons Bern) sollen im Informatikbereich vermehrt mit anderen Behörden im Rahmen von Open-Source-Projekten zusammenarbeiten.
  2. Eigene Entwicklungen, bei denen der Kanton Bern das Urheberrecht besitzt, sollen wo sinnvoll als Open-Source-Software freigegeben werden, damit andere Behörden die Software einsetzen und die Weiterentwicklungskosten geteilt werden können.
  3. Bei jedem neuen Informatikprojekt haben die Verantwortlichen aufzuzeigen, welche Open-Source-Alternativen bei der Beschaffung geprüft wurden. Wenn keine eingeplant ist, muss dies begründet werden.
  4. Bei jeder neuen oder zu überarbeitenden Fachanwendung ist entweder eine Freigabe unter einer Open-Source-Lizenz vorzusehen oder es ist aufzuzeigen, warum diese nicht als Open-Source freigegeben wird.
  5. Bei sogenannten «Closed Communities» (Software-Weiterentwicklung wird intern zwischen Verwaltungen mittels Verträgen geteilt, z. B. bei Registerlösung GERES der Bedag) sollen die zuständigen Behörden aufzeigen, ob sich der juristische und administrative Aufwand gegenüber einer Freigabe unter einer Open-Source-Lizenz tatsächlich lohnt.
  6. Der Kanton Bern soll sich aktiv in bestehende und neue Open-Source-Entwicklungen von Fachapplikationen und den entsprechenden Gremien (Vereinen) einbringen, um einen höchstmöglichen Nutzen aus den vorhandenen Ressourcen zu erzielen.

Die Motionäre und Motionärinnen Marc Jost (EVP), Giovanna Battagliero (SP), Vania Kohli (BDP), Hasim Sancar (Grüne) und Tanja Sollberger (glp) freuen sich sehr über das Resultat der Abstimmung. Marc Jost sagt dazu: „Noch vor wenigen Jahren wurde das Thema Open Source nur zaghaft aufgenommen, der Rat lehnte 2007 unsere Motion für eine Open Source Strategie weitgehend ab. Jetzt ziehen Parlament, Regierung und Verwaltung zusammen an einem Strick, das ist hervorragend! Ich hoffe nun, dass sich mit dieser Motion mittelfristig auch konkrete finanzielle Einsparungen für den Kanton Bern erzielen lassen.“

 

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educa.ch empfiehlt Open Source Software für Schulen

log_educa_guidesDie Schweizerische Fachstelle für Informationstechnologien im Bildungswesen (SFIB) von educa.ch hat das “Whitepaper Förderung von OSS an Schweizer Schulen” veröffentlicht, in dem Argumente und Überlegungen zu Open Source Software im Bildungsbereich erläutert sind. Ausserdem hat die SFIB die Ergebnisse einer Umfrage bei den ICT-Fachstellen der Kantone veröffentlicht. Daraus wird ersichtlich, dass das Interesse und die positive Einstellung gegenüber Open Source hoch sind. Am gestrigen Netzwerkanlass zu Open Source und Schulen wurden zahlreiche Aktivitäten und Lösungsansätze präsentiert.

Im neuen Whitepaper über die Förderung von Open Source Software (OSS) an Schulen erläutert die SFIB, weshalb insbesondere Schulen Open Source Software nutzen sollten:

Die SFIB erachtet es als wichtig und richtig, dass die Schule den Kindern im Bereich der Medienbildung nicht in erster Linie Produktwissen vermittelt, sondern ihren Auftrag auch darin sieht, unterschiedliche Konzepte und Alternativen zu gängigen Lösungen aufzuzeigen. Im Bereich Programme gehört dazu die Auseinandersetzung mit Open Source Software (OSS). Diese fördert einerseits die Flexibilität der Schülerinnen und Schüler, erweitert andererseits die ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Wahlfreiheit und stärkt das unabhängige und selbstständige Denken und Handeln.

Der Grundgedanke der OSS-Bewegung (Software als freie, digitale Ressource) ist wiederzufinden in der Bewegung zur Open Education (Wissen ist freies Gut) und fördert die Entwicklung freier Software und freier Wissensgüter. Open Educational Resources (OER) zeichnen sich dadurch aus, dass sie frei austauschbar und zugänglich sind für alle. Dazu müssen sie in Formaten bereitgestellt werden, die offene Standards respektieren, so dass sie mit Open Source Software gelesen und idealerweise auch bearbeitet werden können. Insofern ist OSS als kostenlos verfügbares und frei weiterentwickelbares Lehr- und Lernmittel zu sehen. Die Software-Kopien können aufgrund der Open Source-Lizenzen problemlos an die Schülerinnen und Schüler mit nach Hause gegeben werden (keine Kopier- und Lizenzprobleme).

Es ist eine bildungspolitische und gesellschaftliche Aufgabe (Beitrag zur Chancengleichheit, Reduktion des digitalen Grabens, Unabhängigkeit) dafür zu sorgen, dass die Wissensbasis nicht kommerzialisiert wird durch das Wirken von Firmen proprietärer Software, insbesondere nicht bei Lernsoftware und kommerziellen Bildungsangeboten.

Da im OSS-Bereich nicht in erster Linie Verhandlungen über Lizenzen geführt werden müssen, sieht die SFIB in Zusammenarbeit mit interessierten ICT-Fachstellen ihre Handlungsmöglichkeiten vor allem darin, Empfehlungen und Rahmenvereinbarungen für Implementierungs-, Migrations- und Supportservices aus-zuarbeiten sowie Weiterbildungsangebote für Lehrpersonen im methodisch/didaktischen Bereich zu fördern (evtl. PR-Anstrengungen zur breiteren Akzeptanz von OSS bei Schülerinnen und Schülern, aber auch bei Lehrpersonen und Eltern).

Die SFIB führte ausserdem im Herbst 2013 eine Umfrage bei den ICT-Fachstellen durch. Diese sollte einen Überblick über die aktuelle Situation betreffend Open Source Software an den Schulen schaffen und die relevanten Themen für einen Netzwerkanlass identifizieren. Die SFIB hat nun die Zusammenfassung der Resultate sowie die detaillierten Auswertungen auf ihrer Website “Open Source Software an Schweizer Schulen” veröffentlicht.

Ausserdem fand gestern ein ganztägiger Netzwerkanlass von educa.ch statt, an dem Nationalrätin Edith Graf-Litscher sowie Fachexperten über das Thema Open Source und Schulen referierten. Alle Folien sind auf der educa.ch Website veröffentlicht, die Videoaufzeichnungen der Vorträge folgen in Kürze. eduac.ch hat auch eine Website mit weiterführenden Informationen und Materialien zu Open Source im Bildungsbereich aufgeschaltet.

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Aufträges des Bundes an Private sollen ab 50’000 Franken publiziert werden

MEDIENMITTEILUNG DER
PARLAMENTARISCHEN GRUPPE DIGITALE NACHHALTIGKEIT PARLDIGI

Bern, 17. Januar 2014

Edith Graf-Litscher (SP), Christian Wasserfallen (FDP), Kathy Riklin (CVP), Thomas Aeschi (SVP) und Balthasar Glättli (Grüne) von der Parlamentarischen Gruppe Digitale Nachhaltigkeit fordern, dass Aufträge der Bundesverwaltung an Unternehmen künftig ab 50’000 Franken veröffentlicht werden.

Die Parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit engagiert sich schon seit ihrer Gründung 2009 für mehr Fairness und Transparenz bei öffentlichen Ausschreibungen. Der diese Woche bekannt gewordene Fall beim Seco, wo ursprünglich geheim gehaltene IT-Aufträge in der Höhe von 34 Millionen Franken freihändig vergeben wurden, zeigt erneut auf, dass die Informatik-Beschaffung beim Bund eine Herausforderung ist.

Um mehr Transparenz und Rechenschaft in das öffentliche Beschaffungswesen zu bringen, verlangen Nationalrätinnen und Nationalräte der Parlamentarischen Gruppe Digitale Nachhaltigkeit nun, dass künftig sämtliche Aufträge der Bundesverwaltung an Private ab einer Schwelle von 50’000 Franken publiziert werden. 10vor10 hat gestern über diese Motion berichtet, die von Edith Graf-Litscher (SP) in der Frühlingssession eingereicht und von Christian Wasserfallen (FDP), Kathy Riklin (CVP), Thomas Aeschi (SVP) und Balthasar Glättli (Grüne) unterstützt wird.

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Mehr Sicherheit und Unabhängigkeit mit Open Source Software

osba-prismSeit den Snowden-Enthüllungen ist die Abhörsicherheit in der Informatik ein zentrales Thema geworden. Die Open Source Business Alliance hat dazu das Dokument “PRISM und die Folgen” veröffentlicht, worin die Möglichkeiten der höheren Informatiksicherheit Dank Open Source Software erläutert werden.

In der Schweiz setzt sich die Parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit Parldigi seit ihrer Gründung im Jahr 2009 für mehr Open Source Software in der Bundesverwaltung ein. Die nun öffentlich diskutierten Sicherheitsmängel und Hintertüren in proprietärer Software von amerikanischen Software-Konzernen hat Parldigi dazu bewogen, diese Forderung zu erneuern. Inland - NationalratDas Postulat 13.4308 “Sicherheit und Unabhängigkeit der Schweizer Informatik verbessern” von Parldigi Co-Präsidentin Edith Graf-Litscher verlangt vom Bundesrat einen ausführlichen Bericht über die Möglichkeiten, mittels systematischem Einsatz und Weiterentwicklung von Open Source Software die Robustheit der Bundesinformatik zu verbessern und das Risiko von unerwünschten Zugriffen und Datenmanipulationen zu verringern. Mit dieser Forderung steht die Nationalrätin nicht alleine da.

Im Rahmen der Snowden-Enthüllungen über die amerikanischen Überwachungstätigkeiten wurden zahlreiche politische Massnahmen gefordert und angekündigt, die den Schutz der Schweizer Informatik verbessern sollen. So hat der Ständerat die Motion Rechsteiner 13.3841 angenommen, dass der Bundesrat zwecks Datenbearbeitung und Datensicherheit eine interdisziplinäre Expertenkommission einsetzt. Gemäss Antwort des Bundesrats plant das VBS ein Bundesgesetz über die Informationssicherheit. Auch wurde das EJPD beauftragt, gesetzgeberische Massnahmen zur Stärkung des Datenschutzes zu prüfen. Des Weiteren klärt der Bundesrat gemäss seiner Antwort auf die Interpellation 13.3677 der Sozialdemokratischen Fraktion mögliche technische Schutzmassnahmen ab, um die Schweizer Bevölkerung, Schweizer Firmen und auch die Verwaltung vor der Spionage ausländischer Geheimdienste zu schützen. In seiner Antwort anerkennt der Bundesrat auch, dass bei bestimmten Informatiklösungen möglicherweise Hintertüren eingebaut sind und dass mittels Open Source Software diese Problematik entschärft werden kann.

Das letzte Woche eingereichte Postulat 13.4308 lautet nun wie folgt:

Sicherheit und Unabhängigkeit der Schweizer Informatik verbessern

Der Bundesrat wird aufgefordert, in einem Bericht zur Verbesserung der Sicherheit und Unabhängigkeit der Schweizer Informatik folgende Aspekte zu behandeln:

  1. Der Bundesrat legt dar, wie heute die Infrastruktur und die Software-Systeme der Bundesinformatik gegenüber Zugriffen und Datenmanipulationen von Firmen und ausländischen Behörden geschützt sind und wo möglicherweise Schwachstellen wie z.B. Hintertüren (Backdoors) bestehen.
  2. Der Bundesrat klärt ab, wie mittels Open Source basierter Software- und Hardware-Systeme die Bundesinformatik und andere kritische Infrastruktur (Energieversorgung, Gesundheitssektor, Telekommunikation, Leitsysteme etc.) geschützt werden kann. Die Erkenntnisse daraus sollen in das neue Bundesgesetz über die Informationssicherheit einfliessen ein.
  3. Der Bundesrat beschreibt die geplanten Massnahmen, damit die Schweizer Software- und Sicherheits-Branche gestärkt wird, um inländisch entwickelte Open Source basierte Hardware- und Software-Systeme aufzubauen und national sowie international zu vermarkten.

Begründung:

Im Rahmen der Snowden-Enthüllungen über die amerikanischen Überwachungstätigkeiten wurden zahlreiche politische Massnahmen gefordert und angekündigt, die den Schutz der Schweizer Informatik verbessern sollen (siehe Motion Rechsteiner 13.3841 und Interpellation Tschümperlin 13.3677). In seinen Antworten anerkennt der Bundesrat unter anderem, dass bei bestimmten Informatiklösungen möglicherweise Hintertüren eingebaut sind und dass mittels Open Source Software diese Problematik entschärft werden kann.

Nicht vorgesehen ist eine vertiefte Analyse, wie die Schweizer Informatik – insbesondere die der Bundesverwaltung – sicherer und unabhängiger gegenüber ausländischen Firmen gestaltet werden kann. Mit dem geforderten Bericht soll der Bundesrat gesamtheitlich darlegen, welche Konsequenzen er aus den Snowden-Enthüllungen zieht und welche Massnahmen angegangen werden. Insbesondere soll dargelegt werden, welche Rolle dabei Open Source basierte Software- und Hardware-Systeme spielen und wie diese durch Transparenz und Überprüfbarkeit des Quellcodes und der Informatik-Architektur wesentliche Verbesserungen bei der Sicherheit und Unabhängigkeit schaffen können.

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